Kapuzenerlebnisse als Kind

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mo 14. Aug 2017, 23:47

[quote="WillOne"]Soweit ich mich erinnern kann, war es für mich ein Highlight, als ich einen gelben PVC-Regenmantel bekam.

Das erinnert mich an meine gelbe Regenjacke (Friesennerz). Mein Regencape war wir schon längst zu klein. Ich bin viel mit dem Rad gefahren - auch abends, wenn es dunkel war. Mein Anorak war dunkelblau. Da kam der Gedanke auf, dass ich im Straßenverkehr besser gesehen werden sollte. Warnwesten waren da noch lange nicht üblich. Da waren gerade solch gelbe Regenjacken (Friesennerze) mit austrennbarem leicht wattierten Futter, das bis in die Ärmel und in die Kapuze ging, im Angebot. Diese war für mich auch ein Highlight und ich trug sie über viele Jahre. Meine Mutter legte beim Kauf Wert darauf, dass sie so groß war, dass ich noch einen Anorak darunter tragen konnte, obwohl die Verkäuferin meinte, dass dies wegen des Steppfutters nicht nötig sei. Tatsächlich trug ich die Regenjacke dann öfter solo; den Anorak hatte ich nicht so oft drunter, aber ich trug sie nie ohne das Futter.
Der Anorak, den ich zu der Zeit hatte, hatte nur eine versteckte Kapuze. So trug ich ihn auch mit einer Pudelmütze, musste/durfte aber auch oft die Kapuze aus dem "Versteck" holen und überziehen - mit Mütze drunter und auch solo.
Die gefütterte Regenjacke trug ich nicht nur bei Regen, sondern - weshalb ich sie auch bekam - immer bei Dämmerung und Dunkelheit, um auf dem Fahrrad besser gesehen zu werden. Interessanterweise gab mir meine Mutter damals aber nie die Pudelmütze dazu. Wenn ich die Regenjacke anzog, war immer - von wenigen Ausnahmen abgesehen - die Kapuze aufzusetzen und fest zuzuschnüren.
In dieser Regenjacke fühlte ich mich sehr wohl und geboren. Kein Lüftchen kam da durch, egal wie das Wetter verrückt spielte.
Später - aber darüber berichtete ich schon - trennte meine Mutter die Kapuze meines Anorak ab, fütterte sie mit Plüsch und nähte sie außen wieder an, so dass sie dann eine "feste Kapuze" war. Ab diesem Zeitpunkt rückte die Pudelmütze in den Hintergrund, da dann den Anorak fast immer mit Kapuze trug - zumindest beim Radfahren.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mi 23. Aug 2017, 17:24

[quote="JeansParka"]"Hallo JeansParka,

Wie selbstverständlich es für mich war den Festlegungen meiner Mutter zu folgen wird an folgendem Erlebnis deutlich. ... ich kam nicht mal auf die Idee mir die Kapuze zu öffnen und abzusetzen

Beim nochmaligen Lesen dieses Berichts fielen mir obige Formuierungen auf. Ich kann sagen, dass das bei mir auch so war, auch wenn ich der Meinung war, ich bräuchte keinen Anorak und die Kapuze wäre auch nicht nötig. Wenn es hieß: "Anorak an! Kapuze auf!" gab es keine Diskussion. Und wenn mir meine Mutter die Kapuze über die Pudelmütze zog, ließ ich sie auch oben - auch wenn ich aus ihrem Blickfeld war.
Als mich einmal ein Schulfreund mit dem Fahrrad abholte, um ins Hallenbad zu fahren, ließ mich meine Mutter noch ohne Kopfbedeckung losfahren, aber wir beide bekamen die Anweisung: "Setzt auf dem Heimweg auf jeden Fall eure Kapuzen auf!" Das tat ich dann auch. Mein Freund vergaß es und ich erinnerte ihn daran, dass wir unsere Kapuzen aufsetzen sollten. Er reagierte sofort ohne zu murren und ließ sie bis zuhause auf.
Ich hörte auch mal einen Jungen im Bad beim Anziehen sagen: "Mama hat gesagt, ich soll die Kapuze aufsetzen, auch wenn es nicht regnet." Offensichtlich hat er das dann auch gemacht. Das war so Ende August/Anfang September.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » So 3. Sep 2017, 12:37

Mir fiel noch etwas ein: Meinen ersten Steppanorak bekam ich mit ca. 7 oder 8 Jahren. Eine Bekannte meiner Mutter meinte, dass der zu klein gewordene Anorak ihres Sohnes mir passen könnte. Als ich ihn dann anprobieren musste, wurde mir dabei auch gleich die Kapuze aufgesetzt. Die war damals ja logischerweise noch mit einer Kordel zum Zuschnüren.
Ein Spielkamerad bekam etwa zur gleichen Zeit seinen ersten Steppanorak. Als wir im Winter in der ländlichen Region auf Skieren rumrutschten und weit genug vom Haus weg waren, so dass uns niemand sah, zogen wir dann selbst gern unsere Kapuzen über die Pudelmütze und schnürten sie fest zu. Darin fühlten wir uns dann so richtig wohl. Wenn es wieder zurück ging, setzten wir die Kapuzen wieder ab. Aber wenn es kalt genug war, zog mir meine Mutter diese ja wieder über - und dann war es mir nicht peinlich. Diesen Steppanorak habe ich sehr gemocht und lange getragen.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Kapuzi » Mo 4. Sep 2017, 10:26

Meine Vorliebe für Kapuzen, die man mit einem Reißverschluss komplett schließen kann, begann als ich ungefähr 9 Jahre alt war. Damals hatte jemand, mit dem ich in die selbe Klasse und in die selbe Nachmittagsbetreuung ging, einen solchen Hoodie an. Wenn er die Kapuze ganz zuzog sah er aus wie Spiderman und konnte durch den netzartigen Stoff im Bereich der Augen trotzdem sehen, was in dem Alter natürlich für Aufsehen bei uns allen sorgte. Bei mir schon damals besonders stark, weshalb ich den ganzen Tag lang versuchte in seiner Nähe zu bleiben, damit ich es sehe wenn er wieder die Kapuze schließt. Schon damals war das bei mir irgendwie mehr als "normales" Interesse, aber ich war noch zu jung um das wirklich zu verstehen.

Dann kam es erst in der 6./7. Klasse wieder zu ähnlichen Erlebnissen, vermutlich kamen solche Jacken und Hoodies da gerade groß raus. Ich hielt bewusst nach Mitschülern mit einer solchen Jacke in den Pausen die Augen offen, was aufgrund der weiten Verbreitung der Jacken nicht allzu schwer war. Zwar sah ich nur selten jemanden seine Kapuze schließen, aber im Nachhinein bereue ich das ständige Ausschau halten nicht.

Meine erste Jacke dieser Art hatte ich dann in der 8. Klasse. Dazu später mehr.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mo 4. Sep 2017, 11:10

Obengenanntes ist natürlich Geschmackssache. Ich mag es eher herkömmlich. So wie ich mich an meinen ersten Steppanorak erinnere, endete die Kapuze in etwa am Haaransatz. Das reichte für kühles Wetter oder für den Heimweg vom Hallenbad. Wenn es aber kalt war, legte meine Mutter Wert darauf, dass auch meine Stirn und mein Hals geschützt war. Das bedeutete Schal, Pudelmütze bis zu den Augen und Kapuze drüber. Später bekam ich dann eine Skimütze, die runtergezogen wurde und natürlich kam dann die Kapuze auch drüber.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Mi 4. Okt 2017, 13:19

Ich erinnere mich noch daran, dass ich Regenbekleidung nicht tragen mochte. Sie gehörte aber auch im Sommer zum Standard und war so auch Begleiter vieler Norseeurlaube. Bei der Regenbekleidung (zunächst gelber Friesennerz später auch Nylonjacken) mochte ich auch nie gerne die Kapuze tragen. Ich erinnere mich an einen Ausflug nach Helgoland. Noch vor dem Auslaufen aus dem Hafen musste ich meinen Friesennerz überziehen, wegen dem Wind. Wir verbrachten solche Fahrten nämlich immer an Deck des Schiffes. Als wir dann ausliefen forderte mich meine Mutter auf, die Jacke zu schließen und die Kapuze aufzusetzen. Obwohl meine Mutter nie Widerspruch durchgehen ließ versuchte ich es und sagte, dass mir gar nicht kalt ist. "Das wird auf hoher See gleich anders" sagte sie streng und dann "am besten machen wir gleich oben zu" in einem Ton, der nun wirklich keinen Widerspruch mehr duldete. Ich weiß noch, dass diese Worte intensive Gefühlswallungen in mir auslösten allein schon durch das ausmalen was diesen Worten folgte. Schnell setzte ich die Kapuze auf und zog den Reißverschluss zu. "Komm mal bitte her" forderte meine Mutter mich streng auf. Die innere Achterbahnfahrt nahm noch zu als ich ihren Worten folgte. Ja und dann zog sie den Reißverschluss noch ein bisschen höher, soweit es ging und zog auch schon die Bänder stramm. Die Kapuze legte sich eng um meinen Kopf und ich spürte auch wie sich die Kapuzenschnur fest auf Stirn, Wangen und Kinn legte. Die Schleife saß dann fest auf dem Kinn. Am liebsten hätte ich mich gewehrt, aber zu diesem Zeitpunkt - ich war so zehn Jahre - hatte ich bereits eingesehen, dass das es für mich nur schlimmer machen würde. Sie bemerkte wohl meine Uneinsichtigkeit und sagte dabei noch:"so ist es in Ordnung, auf See wirst du noch dankbar sein dafür" oder so ähnlich. Ja und so musste ich dann die zweistündige Fahrt verbringen. Das Kribbeln, die Gefühlswallungen liessen nach, aber es war mir unangenehm und ich schämte mich auch ein bisschen. Unangenehm sowohl vom Tragekomfort, aber auch weil nur wenigen Kindern auch die Kapuze zugeschnürt wurde und weil ich mich so machtlos fühlte.
Was aber für mich fast magisch blieb ist dieses Kribbeln, diese Gefühlswallungen, die - immer wieder - diese Worte auslösten und bis heute noch auslösen:"am besten machen wir.....oben zu"
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Mi 4. Okt 2017, 14:18

Ich will noch erklären wie mein Widerstand gebrochen wurde. Eine "Maßnahme", die ich lange verdrängt hatte ist mir da in besonderer Erinnerung geblieben. Zunächst hatte ich mich als Vorschulkind ja vehement gegen die Kapuze gewehrt. Das führte dann dazu, dass sie mir immer und grundsätzlich zugebunden wurde und jedes auflehnen einfach ignoriert wurde. Als ich dann so acht Jahre alt war passierte folgendes: Es war ein schöner Herbsttag und es kam sogar die Sonne etwas durch. Ich sollte draussen spielen und da es bereits Oktober war musste ich mir die Kapuze aufsetzen, was ich in diesem Alter ja bereits auch irgendwie mochte, jedenfalls bei meinem Anorak. Diese wurde mir dann auch ordentlich zugebunden. Als ich dann draußen war wurde mir beim toben doch ganz schön warm und ohne mir etwas dabei zu denken - jedenfalls hatte ich nicht im Ansattz die Idee von Ungehorsam - zog ich am Kapuzenband um es zu lösen. So war mir dann von den Temperaturen schon viel angenehmer - zunächst. Meine Mutter hat dann aber irgendwann bemerkt, dass die Kapuze nicht mehr zugebunden war und forderte mich auch nach oben in die Wohnung zu kommen. "Wer hat dir das erlaubt?!" empfing sie mich streng. "Mir war zu warm" stotterte ich nur. Dem folgte dann ein:"Das kannst du gar nicht beurteilen was zu warm ist" oder so ähnlich und dann "wir werden ja sehen, dass die Kapuze zu bleibt!"...dann zog sie auch schon die Bänder stramm, diese waren lang genug, dass sie im Nacken einen Knoten machen konnte. Ich weiß noch wie ich dann sagte:"bitte nicht, bitte nicht so, ich lass die Kapuze jetzt auch zu"...aber es nützte nichts, es gab noch einen Wortwechsel, den meine Mutter dann beendete:"Das haben wir ja gesehen, heute musst du erst mal sehen, dass es so nicht geht" und dann - glaube ich noch - "..und damit basta, morgen können wir ja sehen....". Es war eindeutig eine Bestrafung, die erst wieder aufgehoben wurde als ich den Knoten im Nacken ohne Widerspruch über mich ergehen ließ, so etwa drei Tage. Sei dem habe ich mich den Anordnungen meiner Mutter hinsichtlich Kapuze kaum noch widersetzt. Ich wusste es war zwecklos, aber ich fühlte mich auch machtlos und draussen dann oft machtlos eingesperrt. Das Verbot hatte die gleiche Wirkung wie der Knoten im Nacken und zwar für sehr lange und die Befürchtung reichte um die jeweils bestimmte "Maßnahmen" meiner Mutter widerstandslos umsetzen zu lassen oder umzusetzen.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » So 8. Okt 2017, 15:38

Mir ist noch etwas aus meiner sehr frühen Kindheit eingefallen. Meine Eltern waren nicht da und die "Ersatzgroßeltern" aus dem Haus sollten auf mich aufpassen. Ich fragte, ob ich eine Modenschau machen solle und dem wurde zugestimmt. Da ging es auch nur um Oberbekleidung und viel hatte ich ja nicht. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mich dann in meinem Lieblingsanorak vorstellte. Ich sollte mich erst so zeigen, danach wollte sie mich mit aufgesetzter Kapuze sehen. Ich weiß noch, dass ich dieser Aufforderung gern nachgekommen bin. Und diese "Ersatzoma" war es auch, die bei einem Wetter, wo mich meine Mutter noch ohne Anorak raus gelassen hätte, von mir forderte, meinen Anorak anzuziehen und die Kapuze aufzusetzen.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Fr 13. Okt 2017, 12:29

Als ich zur Schule kam habe ich dann angefangen die Kapuze zu lieben. Allerdings nur, wenn sie nicht zu groß war, das heißt Augen, Nase und Mund keinen Einschränkungen unterlegen waren. Wichtig war auch, dass sie eng am Kopf saß und jede Bewegung des Kopfes mitmachte. Ein weitere Punkt war das Material, das Innenfutter der Kapuze. Um eng am Kopf zu sitzen und jede Bewegung mitzumachen war es geradezu ein Muss die Kapuze schön eng und stramm zuzubinden. Ich fühlte mich dann zum einen besonders wohl und geschützt, gerade wenn es kälter oder windig war und besonders dann wenn ich mit anderen Kindern - zum Beispiel meine Cousine - draußen war und diese genauso angezogen waren, sprich Kapuze auf dem Kopf ggf. über die Mütze gezogen und dann fest zugebunden. Ich liebte es dann auch so verpackt zu werden und später auch selber mich so anzuziehen. Besonders mochte ich dann auch anderen dabei zusehen - insbesondere Mädchen - wie sie sich - teilweise wie selbstverständlich, teilweise mulmig - so fertig machten bzw. einpacken ließen. Allerdings war mir immer etwas mulmig vor anderen Leuten die Kapuze zuzubinden oder gar sie mir zuschnüren zu lassen, besonders wenn viele ohne Kapuze auf dem Kopf unterwegs waren. Aber das Tragegefühl war einfach genial und das verpacken selbst elektrisierte mich förmlich.
Allerdings war die Kapuze und insbesondere das Zubinden auch immer mit einem anderen Gefühl verbunden. Das ging in der Kindheit nie weg. Es hatte etwas demütigendes, einengendes, Zwang, eingesperrt sein, machtloses, ausgeliefert sein, hilflos, ohnmacht...und diese ganze Gefühlspalette mit der besonderen Liebe des Tragegefühls gepaart macht Kapuze aufsetzen und zubinden wohl heute noch so besonders für mich. Ich denke das hört nie auf! Ich weiß noch das ich so bis 14 oder 15 nicht im geringsten mehr versucht habe mich bei der Kapuze Festlegungen meiner Mutter zu widersetzen und wenn das Wetter es klar machte dann bedurfte es keiner direkten Anordnung. Voraus gegangen war dem jedoch ein heftiger Machtkampf, der wahrscheinlich zu diesen mulmigen Gefühlen beigetragen hat. In der Kapuze liegt auch ein verlorener Machtkampf mit meiner Mutter, der nach und nach auch zu immer strengeren Maßnahmen meiner Mutter geführt hat. Deshalb konnte ich auch nie zu meiner Mutter zugeben, dass ich inzwischen die Kapuze liebte.
Anfangs wurde mir die Kapuze (so mit 4) ja nur über die Pudelmütze gezogen und der Reißverschluss bis oben geschlossen. An diese Vorschulzeit erinnere ich mich zwar nur sporadisch, aber ich weiß noch, dass ich sie mir immer wieder selbst vom Kopf zog. Deshalb wurde sie mir dann immer zugebunden und und das weiterhin verzweifelte versuchen sie vom Kopf zu reißen musste scheitern, zu eng wurde sie mir gebunden. Daraufhin flehte ich förmlich darum nicht zuzubinden und das ich sie auch so aufbehalten würde. Aber das ignorierte meine Mutter einfach oder sagte, dass wir das ja gesehen haben. Nur zugebunden ist sicher, dass ich sie aufbehalte. Irgendwann fing ich dann mit den Händen in Fausthandschuhen an dem Kapuzenband zu fummeln und als meine Mutter das bemerkte wurde sie verbal sehr streng und drohte auch mit Strafen...was sie dann aber gleich umsetzte, die Doppelschleife. Sie sagte sogar:" So, ich mach ne Doppelschleife damit du gar nicht erst auf die Idee kommst..." und mit 5 war ich da natürlich hilflos, selbst wenn ich die Handschuhe auszog.....es gab noch eine weitere Konsequenz aufgrund meiner Gegenwehr. Wenn wir einkaufen waren oder auch bei Bahnfahrten durfte ich drinnen zunächst die Kapuze absetzen und weil ich mich dann vor dem rausgehen oft wehrte und zappelte musste ich sie - wenn wir irgendwo ich sag mal so bis zu 15 Minuten reingingen - so zugebunden aufbehalten. Das war mir total unangenehm, besonders erinnere ich mich an eine Situation, da waren wir mit meiner Tante und Cousine unterwegs zum örtlichen EDEKA. Meiner Cousine wurde die Kapuze geöffnet und abgesetzt und als nichts weiter passierte, da fragte ich dann meine Mutter, ob sie mir auch die Kapuze abnehmen würde. Sie sagte nur scharf und streng:"Nein, du machst ja immer so ein Theater wenn wir wieder raus wollen und I...ist da ganz anders, ist brav" so musste ich so verpackt bleiben und ich weiß nur, dass ich zwar noch ein bisschen quengelte, es aber überhaupt nichts bei meiner Mutter veränderte, im Gegenteil ihr Ton wurde immer strenger....mir war das richtig unangenehm und ich war richtig schockiert......und sehr viel Widerstand war gebrochen. Später erlebte ich dann ja noch - habe ich schon mal beschrieben - wie mir die Kapuze im Nacken verknotet wurde. Viel später, so als Schulkind durfte ich dann beim Einkaufen die Kapuze auch wieder abnehmen und auch erst als ich zur Schule kam wurde die Doppelschleife erlassen....aber der Hinweis, dass ich ja nicht versuchen soll, dass das nichts bringt, der kam noch des öfteren.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Lax » Fr 13. Okt 2017, 21:51

Was ich als Kind als schrecklich empfand war mein Regenmantel. Ich hatte einen gelben Friesennerz.
Der war sehr fest und steif. Auch die kapuze. Die war auch spitz und sah irgendwie nach Zwergenmütze aus. Der Reißverschluss lief schwer und ging bis zum Kinn.
Dann gab es noch eine Abdecleiste mit Druckknöpfen. Sobald es regnete musste ich den Regenmantel anziehen.
Normalerweise nur mit Pullover drunter aber aufgsetzeter kapuze. Aber durch meine Nachbarin, die viel Kapuzen trug,
fing meine Mutter irgendwann an mir auch die kapuze zuzuziehen. Mit Knoten und Schleife. dann durfte ich an die Hand.
Ich habe mit da drinen richtig blöd gefühlt.Iich mochte mich gar nicht bewegen. So wie Eltern so sind, durfte ich die
Kapuze auch im geschäft auf behalten.
Wenn wir beimm Schwimmen waren, das habe ich leider erst ,it 12 gelernt, habe ich im Winter meistens noch im Bad die
Kapuze aufgesetzt und zugebunden bekommen. Die anderen Jungs standen beim Umziehen ja auch in den Gängen und
sahen dabei zu wie mir die kapuze zugebunden wurde. was hatte ich denn damels? Einen dunkelbauen Snorkelparka.
Fest und robust mit lange Snorkel und eine gefütterte rote Nylon Raschel Jacke bis zum Po, mit kapuze. Natür mit Kordeln
zum zubinden. das war zu der zeit noch normal.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Fr 13. Okt 2017, 22:40

Ich will mal eine dieser zwiespältigen Situationen aus dem Grundschulalter beschreiben. Wir wohnten auf dem Dorf, es war Dezember und so fuhren wir mit der Bahn zu Weihnachtseinkäufen in die Stadt. Dort wollten wir ein großes Einkaufscentrum besuchen. Es war ziemlich kalt und so wurde ich für den Weg entsprechend verpackt. Zu dieser Zeit genoss ich es heimlich für den Weg fertig gemacht zu werden...ich zog meinen Anorak an, zog den Reißverschluss zu und setzte meine Pudelmütze bereitwillig auf. Dann kamen wieder einmal diese elektrisierenden Worte meiner Mutter:"am besten ist du setzt die Kapuze auf und wir machen oben zu, dann kommt kein kalter Wind rein." Brav setzte ich die Kapuze auf und stellte mich vor meiner Mutter hin. Diese rückte die Kapuze noch ein wenig zurecht, zog den Reißverschluss bis zum Kinn, dann an den Bändern so dass die Kapuze den Pudel fest auf meinen Kopf drückte und sich vorne eng auf Stirn, Wangen und Kinn legte. Dann band sie diese auf dem Kinn zu einer Schleife. "So ist es gut, jetzt kann es losgehen". Sie konnte sich wohl noch zu gut an die früheren Kämpfe erinnern und ich hatte alle Mühe zu verbergen wie ich diesen Moment herbeisehnte und genoss. Wir hatten etwa 15 Minuten Fussweg zum Bahnhof, die Kapuze saß richtig gut, fühlte sich gut an und machte jede Kopfdrehung mit, so wie ich es mag, gerade wenn wie an diesem Tag auch ein kalter Wind wehte. Als wir im Zug saßen, durfte ich für die 15 Minütige Zugfahrt die Kapuze abnehmen was mir sehr lieb war...die Bahn war ziemlich voll und deshalb verpasste es meine Mutter wohl mich rechtzeitig wieder richtig anzuziehen, das wurde auf dem Bahnhof nachgeholt und war mir sehr recht und wir gingen dann zum Einkaufszentrum. Drinnen war es sehr warm und ich durfte Kapuze und Mütze absetzen und so war es ein bis dahin rundum schöner "Kapuzentag". Aber zum Abschluss passierte dann das mir immer unangenehme. Zum Abschluss waren wir noch ganz oben in einem Cafe um was zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Als wir fertig waren meinte meine Mutter, dass wir dann nach Hause können und ich sollte schon mal meinen Anorak anziehen, was ich dann auch tat. "So, dann komm mal bitte..." sagte sie befehlend und ich musste mich vor ihr hinstellen. Es war ziemlich warm und auch voll und natürlich hatte ich das Gefühl als wenn alle uns anstarrten als meine Mutter dann mir die Mütze aufsetzte, die Kapuze drüber zog und den Reißverschluss bis zum Kinn hochzog. "das ist aber zu warm" sagte ich nur zaghaft. Daraufhin zog sie kurz die Bänder der Kapuze stramm und schon saß eine feste Schleife auf meinem Kinn. "Aber draussen ist es kalt und wir gehen jetzt raus" sagte sie nur und so stand ich hilflos da und hatte das Gefühl alle Augen richteten sich auf mich und die Zeit verging überhaupt nicht während meine Mutter sich auch langsam für den Rückweg anzog. Genauso lang kam mir der Weg von Cafe ganz oben bis nach draussen vor. Das waren dann so die Gefühle der Ohnmacht, Hilflosigkeit, Zwang, Scham, die meine Kindheit mit der Kapuze auch begleiteten. Davon gab es dann auf diesem Ausflug noch eine Situation. Im Zug durfte ich dann zwar Kapuze und Mütze abnehmen und den Anorak öffnen, aber nachdem wir dann an der letzten Station vor meinem Heimatdorf losfuhren, etwa 5 Minuten vor Ankunft, musste ich mich vor ihr hinstellen. Es waren einige Leute in dem Abteil. Schon zog sie den Reißverschluss halbhoch, setzte mir meine Mütze auf und zog die Kapuze drüber. Ich sagte gar nichts und eigentlich war es ein Genuss für mich als sie den Reißverschluss dann bis an das Kinn hochzog, die Bänder fest anzog und die Kapuze mit einer Schleife sicherte. Gleichzeitig war mir das aber auch unangenehm und ich schämte mich vor den Leuten und dieses Gefühl gewann dann immer mehr Oberhand in den wenigen aber endlosen Minuten wo ich so verpackt die Ankunft des Zuges herbeisehnte...ich war froh, als wir draussen waren!
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Sa 14. Okt 2017, 15:32

Das mit der oben von JeansParka erwähnten Zwiespältigkeit kann ich auch bestätigen. Ich mochte die Kapuze, konnte es aber sehr lange nicht zugeben. Wenn meine Mutter mir die Kapuze aufsetzte oder sie mich anwies, das zu tun, war das für mich o. k. bzw. sehr angenehm. Forderte mich jemand anders auf, meine Kapuze aufzusetzen, wollte ich nicht so von meiner Mutter gesehen werden. Wenn ich von meiner Mutter die Anweisung bekam, z. B. auf dem Nachhauseweg die Kapuze aufgesetzt zu haben, machte ich das gern, setzte sie aber an der Haustür schon ab.
Als ich, wie schon mal berichtet, ohne etwas überzuziehen weggehen wollte - meine Mutter war zugegen und hätte nichts dagegen gehabt -, kam die Aufforderung meiner Ersatzoma: "Anorak an! - Kapuze auf!" Dieser Aufforderung kam ich ohne Murren nach, habe aber die Kapuze zwischendurch abgesetzt - es war auch gar nicht kalt - und mir später wieder übergezogen. Andererseits, wenn ich etwas besorgen sollte und meine Kapuze nicht aufzusetzen brauchte, habe ich sie zwischendurch von selbst aufgesetzt und vor Sichtweite unseres Hauses wieder abgesetzt.
Oder wenn ich - da war ich schon älter - mit dem Fahrrad Freunde besuchte, fragte ich - auch wenn es nicht kalt war - deren Mutter: "Brauche ich die Kapuze?" Ich wusste schon, dass sie sagt: "Setz die Kapuze allein schon des Fahrtwindes wegen auf!" Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Unterwegs allerdings hoffte ich, von keinen Bekannten so gesehen zu werden.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Lax » Mo 16. Okt 2017, 18:51

Also, ich selbst habe ja auch die Kapuzen aufgesetzt bekommen. In jüngeren Jahren, geschätzt bis ca 10 oder 12 eher oft. Da ich meiner Mutter irgendwann erzählt hatte, wie blöde ich diese Pudelmützen fand, hatte ich
natürlich nicht bedacht, welche Auswirkungen das haben wird. Und ich muss gestehen, ich habe mich geschämt mit kapuze. Besonders wenn sie zugebunden wurde und ich an der Hand meiner Mutter ging. damals war das noch etwas anderes
als heute. Im Herbst hatte ich eine grüne Kapuzenjacke. Sie ging bis über den Po und war nicht Regentauglich. Also hatte ich da drüber viel meinen gelben Friesennerz. Wenn es kälter wurde hatte ich diesen dunkelblauen dicken sehr steifen Segelparka. Die Kordeln waren fest und der Snorkel der Kapuze eng und lang. Heute gäbe es solche kapuzen gar nicht mehr. Leider weiß ich nicht mehr wer der Hersteller war.
Mein damaliger bester Freund hatte den gleichen Segelparka wie ich. Seine Mutter setzte ihm grundsätzlich die kapuzen auf. ich kenne ihn auch eigentlich nur mit Kapuze. Naja, wenn wir dann bei ihm gespielt haben und ich nachhause musste, hieß es Parka zumachen. Bevor ich jedoch aus der Tür war stand seine Mutter vor mir und setzte mir die Kapuze auf. Machmal mit Reißverschluss ganz zu, also mit lamgem Snorkel, manchmal aufgeklappt. Je nach ihrer Laune.
Damals konnte ich überhaupt keine Knoten öffnen. Dazu war ich irgedwie zu doof. Also war meine Mutter sicher, dass ich die Kapuze noch auf hatte wenn ich abends rein kam vom Spielen. Die anderen Jungs hatten teils keine oder nur kurz die kapuzen auf. ich dagen eher den ganzen Tag. Schön mit Knoten.
Als ich dann äletr wurde, musste ich auch noch kapuzen aufsetzen. Nicht mehr so oft, aber ich habe immer noch den Satz in den Ohren. Setz Dir die kapuze auf. Sobald ich von meinem Freund kam, hatte ich sie auf. Auch als ich älter wurde. Das war irgendwo eine feste Regel. Ich habe sie dann aber nicht mehr so oft aufgesetzt. Bis ich mit 14 eine beidseitige Mittelohrentzündung hatte. Ich habe sehr gelitten. das tat weh und ich hörte schlechter. Seit dem trug ich wieder täglich Kapuzen. Im Herbst und Winter natürlich. Da hatte ich einen besonderen Parka. Dick gefüttert, aus Nylon und sehr schmal in der Taillie mit Zugband.. Er ging mit bis über den Po und viel da we eine Glocke nach unten bis zu den Oberschenkeln. Die kapuze war groß und hatte Fell darum herum. Hellgrau, weiß??? Ich bin nicht sicher. So irgendwie die richtung meine ich. Die Farbe war dunkelrot. ich selber damals ein Spargel Dünn eben.
Ich glaube das hatte ich schon mal erwähnt. Der Junge bekommt eine rote jacke. Mädchenfarbe. ich bin mir bis heute sicher, dass das kein Jungenparka war. ich sah aus wie ein Mädchen.
Aber als Kind gewöhnst Du dich auch daran und vergißt es irgendwann. Mein damaliger Sputzname war Jenny. warum? Fragt nicht.

das sind alles nur grobe Erinnerungen. Details weiß ich nicht mehr. Irgendwelche Feinheiten oder so. Wer sich das merken kann, Klasse, ich leider nicht.

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Snorkelfriend » Di 17. Okt 2017, 16:33

Hallo, liebe Forumsteilnehmer.

Mein erstes Erlebnis mit einer Kapuze war ein grottenhässlicher Anorak in einer Farbe, die wie Schlamm aussah. Vorne mit hässlicher bunter Bordüre. Den musste ich immer anziehen. Ich mochte aber nicht.
Damals waren die Winnitou-Filme absolut populär. Ich besaß einen wunderschönen Federschmuck, den ich gerne trug. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie albern der auf einen Kinderkopf aussieht, der von einer Schlupfmütze und einer Kapuze umhüllt ist. Sehr, sehr peinlich. Indianer sollten doch keine Schmerzen kennen. Die tragen bestimmt keine Kapuze, sondern ertragen die Unbillen des Wetters tapfer.
Aber es half nichts, wenn ich nach draußen zum spielen wollte, dann nur mit Mütze und Kapuze.

Ich leistete da passiven Widerstand. Wenn ich raus musste, um zu spielen, habe ich mich im Treppenhaus versteckt bis Essenszeit war. So sollte mich niemand sehen.

Das war mein erstes Erlebnis mit Kapuzen. Ich habe dann noch mehr erlebt, aber ihr könnt davon ja einiges hier in diesem Forum lesen.

Bis bald
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Lax » Mi 18. Okt 2017, 22:03

Ich möchte gerne etwas zurecht rücken. Wenn hier Leute posten, die in den Jahren 1970 bis 1980 ihre Kindheit verbracht haben, dann sah das ganz anders aus als heute.
Da hatte Mama wirklich noch das letzte Wort. Sie war die Istanz für das was man durfte. Wenn sie uns damals die kapuze aufgesetzt hat, dann war das was anderes als wenn man das heute bei einem 14 jährigen macht.
Ich hatte für meinen Teil respekt vor meiner Mutter. Ich liebte sie, aber ihren Zorn wollte ich schon mal gar nicht. Also tat ich meistens ohne zu murren dass was sie wollte. ich war eh zurückhaltend und habe schnell akzeptiert wenn etwas anders lief als ich es dachte.
heute gäbe es lauten Protest. Im nachhinnein bin ich froh zu der Zeit Kind gewesen zu sein. Nylon Jacken, Plastik Jacken und Kordeln zum zu schnüren. Ich hatte nicht immer die Jacken die ich gerne gehabt hätte. Beispielsweise die dunkelrote dicke gefütterte Lonjacket mit der Fellkapuze. Die zog ich gar nicht gerne an. ich schämte mich dafür schon, als Mädchen durchgegangen zu sein, aber ich musste sie ja tragen und mich darin verpacken lassen. Ärger mit meiner Mutter hätte ich nicht gewollt. Dazu war ich ein echter Spargel. Keine Figur. Aus heutiger Sicht passte das damals zu mir. Wer es nicht wußte dachte eben ich sei ein Mädchen.

Was die Mütter angeht, da gab es auch damals schon große Unterschiede. Beispielsweise mein damaliger Freund. Ohne es zu übertreiben, ich kannte ihn draußen nur mit zugebundener Kapuze. Von Oktober bis Abril. er hatte draußen immer die kapuze auf und immer zugebunden. Egal ob es die Snorkelkapuze des dunkelblauen Nylonparkas war oder eine andere dicke große Kapuze. Und immer passte da ein Regenmantel drüber. Während andere Jungen damals nie Kapuzen trugen und wenn überhaupt nur Mützen. Und dünnere Jacken. während mein Freund total zugebunden daneben stand. das war eben so und hat uns nicht gestört. Alle hatten das gleiche wetter aber komplett unterschiedliche Kleidung dafür.

Als ich ca 10 oder 11 war, war ich in Süddeutschland zur Kur. Da mussten wir von 13 bis 15 Uhr Mittagschlaf halten. Wir wurden umgezogen, die Gardienen wurden geschlossen und dann wurden wir zugedeckt. Dann war es still und wir haben lieb geschlafen. Heute ein no go.
Wenn wir draußen wandern mussten, ich hatte damals einen diken festen Jeansparka mit Fell innen, hatten die Betreuerinnen immer aufgepasst. Mir wurde immer die Kapuze aufgesetzt und zugeknotet. Den Knoten bekam ich nicht auf und somit lief ich mit meiner dicken Kapuze herum. Die ganze Zeit. Erst als wir zurück waren, wurde mir die abgesetzt.
Ich konnte damals ja schwimmen wie ein Stein. Also bekam ich als Einziger Riesige Schwimmflügel und eine Frau die mich fest hielt im Wasser. Alle anderen brauchten das nicht. dann vom Schwimmbad zum Kurheim zurück wurde natürlich die Kapuze aufgesetzt. Wegen der nassen Haare. Die Kapuze wurde zugebunden und ich war wieder einmal hilflos. Den dicken Parka aus Jeansstoff mit Fell innen mochte ich nie. Zum einen war er hart. dann hatte er eine zu große dicke Kapuze. und der Reißverschluss ging zu hoch, bis zur Nase. Wo meine Mutter den her hatte, ich weiß es im Moment nicht.

Also, welcher 14 oder 15 jährige würde sich heute so von seiner Mutter vorführen oder anziehen lassen? ich kenne keinen. Ja es gibt da sicher devot veranlagte Kinder und Jugendliche. aber das sind eher Ausnahmen. Wir hatten ein Jungen in der klasse. er hatte 3/4 Jahr einen wirklich dicken festen dunkelblauen Daunenparka an mit ebenso dicker Kapuze. Er hat fast jede pause die Kapuze zugebunden bekommen. Oftmals hatten ihn einige Jungs mit den Kordeln der Kapuze und des unteren saumes einfach am Zaun fest genkotet. Erst als der Lehrer fragte, wo der Junge denn sei, gingen einige Mädchen los und holten ihn. Irre, aber so passiert.

Ich hatte damals als ich etwa 12 war ein gelbes Regencape zum Fahradfahren. es war denke ich aus PVC, denn es war fest und roch etwas. da habe ich mir zum Einkaufen die Kapuze ordentlich zugeknotet, ich fand das in dem Alter schon etwas erregend. Aber nur wenn ich alleine war. Bis zu dem Tag, an dem ich mir die Kapuze sehr eng zugebunden hatte und einen Knoten gemacht hatte. Ich bekam ihn nicht mehr auf. da ich aber Einkaufen sollte und keinen Ärger wollte, bin ich mit viel Mut und zitternden Beinen, so in den Supermarkt und dann fast nachhause. Meine Nachbarin hat mich an der Hauswand zwischen Büschen gesehen, wie ich heimlich versucht habe mich zu befreien, bevor meine Mama das sieht. Die hat mich dann entknotet. Und sie wußte genau wenn sie mir die Kapuze zuknotet, kommt der Junge nicht alleine heraus. das gab es dann öfters.

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Do 19. Okt 2017, 13:23

Obiges kann ich bestätigen. Bei meinen Freunden und mir galt das Wort der Mutter. Wenn es hieß: "Kapuze auf!" wurde nicht diskutiert, sondern die Kapuze aufgesetzt und aufbehalten bzw. wenn sie mir/uns aufgesetzte wurde, blieb sie auch aufgesetzt und zugeschnürt. Von Seiten der Schul- bzw. Spielkameraden kam es keine Kommentare ob jemand nichts auf dem Kopf hatte oder in Mütze UND Kapuze steckte. Das einzig Bedeutende waren die eigenen Emotionen.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Lax » Do 19. Okt 2017, 20:34

Die Unterschiede zwischen Eltern und Kindern.
Als ich letztes Jahr an der Nordsee war. Viel mir beim Bummeln durch den Ort Greetsiel eine Mutter mit ihrer ca 10 bis 12 jährigen Tochter auf.
Wir hatten November und es war recht mild. Ich müßte raten, ca 10 Grad und sonnig. Also angenehm draußen. Die beiden betraten mit mir zusammen einen Laden, die Mutter trug eine Standart The North Face Jacke. Sie, setzte sich im Laden sofort die Kapuze ab. Die Tochter sagte dass sie das auch wollte. Da kam von der Mutter ein NEIN.
Sie solle sich nicht so anstellen. Das Mädchen trug einen Parka (dick) ähnlich dem Canada Goose. In dunkelblau
Mit aufgesetzter enger Fellrandkapuze und dicken roten Faustandschuhen. Durch den Fellrandkapuze war die Sichtöffnung klein.
Sie ertrug dass ganze, obwohl ich das von der Mutter nicht gut finde.


Beim Mittag im Hohen Haus saßen beide neben uns. Da zog die Mutter ihre viel zu dick angezogene Tochter aus. Ich habe gestaunt was das liebe Mädchen alles trug. Und sie ließ sich auch ebenso, ganz lieb wieder anziehen. Sie verschwand förmlich in ihren zu großen und dicken Parka. Warum übertreibt die Mutter das mit der Kleidung ihrer Tochter, Ein öffnen und absetzen der dicken Kapuze hätte doch gereicht. Das mache ich mit meinen Beiden auch so.

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Fr 20. Okt 2017, 08:44

Ich kann nur bestätigen, dass in den 70ern meiner Kindheit es einfach Gesetz war was meine Mutter bestimmte. Wenn es hieß "Kapuze auf" und "oben zu", dann war das einzuhalten und wurde notfalls durchgesetzt und wenn es durchgesetzt wurde dann war das viel unangenehmer. Es bedeutete Ärger und Doppelschleife oder Verknoten der Kapuzenbänder. Bei anderen Kindern war das genauso. Einem Spielkameraden wurde die Kapuze oft hinten im Nacken zugebunden. Er war selbst nicht in der Lage sich dort die Kapuze zuzubinden und so konnte seine Mutter kontrollieren, das er sie auch die ganze Zeit aufbehielt. Das war bis etwa zu Konfirmation - also etwa 14 - so, erst danach hatte man mitspracherecht. Und wie "Besucher" schon sagte, mit seinen Emotionen war man dann allein, aber von den anderen Kindern hat keiner was dazu gesagt. Einigen wurde früher die Kapuze aufgesetzt und zugebunden, einigen erst wenn es richtig kalt wurde und einige trugen tatsächlich nie Kapuze, höchstens Mütze. Ich selbst musste die Kapuze immer eher aufsetzen und dank meines ursprünglichen Widerstandes wurde sie auch fast immer zugebunden. Das war "zu meinem besten" wie meine Mutter sagte, weil ich mir ja so leicht etwas wegholen würde. Punkt und basta. Emotional war das immer irgendwie schwierig für mich, aber es war normal. Mit 12 bekam ich so eine Nylonregenjacke in Schlupfform, die man klein verpacken konnte. Meine Mutter war ganz angetan davon und ich musste sie dann oft im April, Mai oder gar Juni überziehen wenn es windiger und nicht so warm war. Und um gegen den Wind gut geschützt zu sein hieß es dann oft "Kapuze auf" und "oben zu" und wenn ich das nicht selbst erledigte dann legte meine Mutter Hand an. Das war klar und selbstverständlich. Dann war ich den ganzen Nachmittag so draussen mit den vielen Emotionen. Oft der einzige Junge, der Kapuze tragen musste, aber dazu hat nie jemand etwas von meinen Spielkameraden gesagt. Peinlich war mir das trotzdem oft. Ich habe dann auch viel beobachtet wie es bei anderen war und immer wenn irgendwo ein Kind öffentlich aufgefordert wurde Kapuze aufzusetzen, dann musste ich das beobachten. Eigentlich war es dann überall so, es war Gesetz was die Mutter bestimmte und echten Widerstand habe ich selten gesehen. Öfter schon den zaghaften Versuch einer Diskussion oder ein zaghaftes "muss das wirklich sein" oder "mir ist gar nicht kalt" . Aber es war dann immer wie bei mir, die Mutter setzte sich schnell durch. Auch die meisten Kinder, die der Aufforderung sofort folgten wirkten wenig glücklich damit. Irgendwie mochte kaum jemand uneingeschränkt und ganz ohne mulmiges Gefühl sich so einpacken lassen. Nur ein- oder zweimal konnte ich erleben wie ein Mädchen völlig unbefangen ihre Mutter bat ihr die Kapuze zuzubinden.
Auch Anweisungen auf dem Rückweg von der Schule mit dem Fahrrad auf jeden Fall die Kapuze aufzusetzen und zuzubinden war Gesetz. Fast alle haben sich daran gehalten, mit etwas mulmigeren Gefühl oder auch weniger mulmigen Gefühl. Mir war das ganz angenehm, denn meine Parkakapuze saß gut und war mit angenehmen Fell gefüttert. Das war das eine und das andere, das fast alle zugebundene Kapuze auf dem Fahrrad trugen. Das entlastete mich emotional ungemein. Ein Mädchen aus meiner Klasse wirkte da immer etwas mulmig. Sie hatte an ihrem Parka eine Kapuze, wo sich beim zubinden immer ein Zipfel bildete. Einmal lächelte sie gequält und sagt beim zubinden ohne Nachfrage in etwa:"Kapuze sieht bei mir komisch aus, aber die ist nun mal so..." . Und wenn es wärmer war trug sie einen Friesennerz mit der blauen Seite nach aussen. Für die Rückfahrt setzte sie sich die Kapuze auf und schnürte sie auch zu. Man sah, dass es ihr nicht angenehm war, aber auch, dass es dazu keine Alternative für sie gab. Ich habe nur wenige Kinder beobachtet, die sich wirklich entspannt und völlig unbefangen so verpackt haben. Ich erinnere mich da nur an ein Mädchen aus meiner Klasse und eines aus der Parrallelklasse. Die aus meiner Klasse schnürte sich die Kapuze sogar direkt vor oder im Klassenraum schon zu und fuhr nicht mit dem Fahrrad sondern mit dem Bus nach Hause, sie war da völlig unbefangen, aber das war die Ausnahme.
Gesagt hat dazu keiner etwas, Kapuze war aufzusetzen, zuzubinden und jeder hat seine Emotionen irgendwie mit sich selbst ausgemacht. Vielleicht hat deshalb die Faszination der Kapuze bei mir bis heute einen besonderen Reiz.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Fr 20. Okt 2017, 14:46

JeansParka hat geschrieben:Nur ein- oder zweimal konnte ich erleben wie ein Mädchen völlig unbefangen ihre Mutter bat ihr die Kapuze zuzubinden.

Das erinnert mich an eine Begebenheit, die schon lange her ist. Ich war mit einem älteren Bekannten bei einer Familie mit 2 Kindern. Ich denke, sie waren so 5-7 Jahre alt. Sie wollten raus und hatten ihre Anoraks angezogen. Ihre Mutter war beschäftigt. Ich weiß nicht mehr, ob sie meinen älteren Bekannten baten, die Kapuzen aufzusetzen oder ob sie es selbst taten, aber auf jeden Fall, und das hörte ich, baten sie ihn die Kapuzen zuzuschnüren und zwar nicht locker, sondern fest.
In dieser Verbindung kam mir auch noch in den Sinn - ich denke, wir waren da 7 oder 8. Ich war bei einem Nachbarsjungen im Garten am Spielen und hatten Anoraks an. Seine Mutter kam dann raus, setzte ihm die Kapuze auf und schnürte sie zu. Ich fragte ihn, ob ihm das gefällt und er bejahte es. Mir hat sie die Kapuze nicht aufgesetzt. Ich weiß jetzt auch gar nicht, wie ich gefühlt hätte. Ich hätte sie gern aufgehabt, war aber im Blickfeld meiner Mutter und ich glaube, das wäre mir dann peinlich gewesen. Wahrscheinlich wäre es mir an liebsten gewesen, wenn sie aus dem Fenster gerufen hätte, dass ich auch meine Kapuze aufsetzen und zubinden soll.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Fr 20. Okt 2017, 17:11

[quote="JeansParka" Mir war das ganz angenehm, denn meine Parkakapuze saß gut und war mit angenehmen Fell gefüttert. [/quote]
Das erinnert mich an einen Ausflug vor langer Zeit. Meine Mutter war nicht dabei. Sie zog mir einen Mantel an, was eher ungewöhnlich war, und ich hatte nichts auf dem Kopf. Die Bekannten, mit denen ich unterwegs war, hatten einen Sohn, der in etwas in meinem Alter war. Er trug einen plüschgefütterten Parka und hatte eine Pudelmütze auf dem Kopf. Da es kühl wurde sagte seine Mutter zu ihm, dass er mir die Pudelmütze geben und dafür seine Kapuze aufsetzen soll. "Au ja, die hat so ein schönes Fell!" sagte er vor allen begeistert.
Später bekam ich auch so einen Parka, aber zu der Zeit hatte die Mütze noch Prorität und wenn es sehr kalt war, kam dann die Kapuze über die Mütze. Nach einiger Zeit überwand ich mich und machte dann den Vorschlag, statt der Mütze die Kapuze aufzusetzen, was ich auch durfte. Ich mochte das kuschelige Plüschfutter an meinen Ohren und Wangen. Das war ganz was anderes als die kratzige Mütze. Man konnte die Kapuze nicht zuschnüren, aber wenn man die oberen Knöpfe verschloss, saß sie - solo getragen - bombenfest. Wenn ich Mütze und Schal drunter hatte, konnte man sie nicht mehr ganz zuknöpfen.
Als dann später meine Mutter - darüber berichtete ich schon - eine versteckte Kapuze mit Plüsch fütterte und fest annähte, habe ich sie beim Radfahren immer und auch sonst sehr oft aufgesetzt und grundsätzlich fest zugeschnürt.
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