Was hätten wir damals anders machen können?

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Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Do 25. Okt 2018, 15:46

Mit fiel noch etwas zu meinem ersten Beitrag unter diesem Thema ein: Als ich die Idee hatte, damit es nicht in den Nacken zieht, die (damals noch dünne) Kapuze über die Mütze zu ziehen, war ich wohl so um die 13 Jahre. Ich hatte es ja versäumt, dies positiv zu erwähnen und zu wiederholen. Dabei hätte ich dies eigentlich schon viel früher machen können. Als ich so um die 10 Jahre alt war, bin ich auch viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Damals hatte ich noch meinen Steppanorak mit der festen Kapuze, doch zu der Zeit war ja in der kalten Jahreszeit noch die von meiner Mutter geliebten Pudelmütze Standard. Da hätte ich ja auch schon sagen können: "Damit es nicht so in den Nacken zieht, möchte ich es mal mit der Kapuze probieren. Soll ich sie über die Mütze ziehen oder statt der Mütze aufsetzen?" Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass meine Mutter stattdessen mit einem Schal gekommen wäre. Und selber hat sie mir ja auch gern die Kapuze über die Mütze gezogen, wenn es sehr kalt war. Und wenn es nicht mehr so kalt gewesen wäre, hätte ich sicher die Kapuze noch länger und öfter aufgesetzt, als es tatsächlich der Fall war.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Mi 29. Aug 2018, 15:00

Mir fiel noch etwas ein, was ich anders hätte machen können: Nicht lange nach dem Schulanfang nach den Sommerferien hieß es dann: "Ab jetzt nicht mehr die Windjacke, sondern den Anorak." Ab diesem Tag war der Anorak anzuziehen. Wenn es dann anfing, kalt zu werden, holte meine Mutter die Pudelmütze raus und ab dem Tag hatte ich automatisch die Pudelmütze aufzusetzen. Das waren gewisse Automatiken.
Wenn es dann sehr kalt war, zog mir meine Mutter die Kapuze meines Anoraks über die Mütze. Das war jedoch keine "Automatik", aber ich hätte eine daraus machen können: Da hätte ich doch nach dem zweiten Tag schon von mir aus die Kapuze über die Mütze ziehen und zubinden können. Welche Mutter hätte etwas dagegen, wenn sich ihr Kind warm einpackt? So hätte ich die Kapuze sicher länger auf gehabt, als es so der Fall war. Aber mir hatte damals ja schon der Mut gefehlt, sie auf dem Heimweg über die Mütze zu ziehen. Dabei hätte ich ja auch, wenn ich nachmittags raus ging zum Spielen oder insbesondere zum Radfahren automatisch die Kapuze über die Mütze ziehen können, weil es morgens ja auch so war.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Sa 18. Aug 2018, 12:22

cappuccino hat geschrieben:
Do 16. Aug 2018, 21:29
Das mit dem Absetzen der Kapuzen gleich wenn man an der Haustür war, kenne ich auch. Ist das bei Dir besser geworden, als die Kapuze zum Standard wurde? Bzw. wie war es, wenn Du mit Deiner Mutter unterwegs warst? Hast Du dann die Kapuze bis zur Wohnung aufgelassen? Und ich kann mich auch ganz gut erinnern, dass ich mir auf dem Heimweg gedacht habe: Diesmal lässt Deine Kapuzen auf bis zur Wohnung! Macht doch nichts! Gemacht habe ich es dann aber leider selten!
Hallo cappucino,
auch als die Kapuze Standard wurde, habe ich sie nach wie vor an der Haustür abgesetzt, wenn ich nach Hause kam. War ich jedoch woanders - bei Freunden oder Bekannten - hatte ich sie aufgelassen, bis ich in der Wohnung war. *) Wenn ich mit meiner Mutter unterwegs war und wir dann nach Hause kamen, habe ich sie auch aufgelassen, bis wir in der Wohnung waren.

*) Einmal war ich (ohne meine Mutter) bei Bekannten. Da war die Kapuze noch nicht Standard, aber ich habe sie unterwegs von mir aus aufgesetzt, weil ich es als kalt empfand, und als wir zu ihnen nach Hause kamen, habe ich sie in der Wohnung noch bewusst aufgelassen, bis ich meine Schuhe ausgezogen und meine Tasche weggelegt hatte. Dann erst habe ich sie abgesetzt und meinen Anorak ausgezogen.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Auchmalwasdazu » Fr 17. Aug 2018, 08:04

Hallo zusammen,

bei mir ging es erst richtig los, als ich mein erstes Lehrlingsgeld bekam. Das ist lange her. Damals waren diese ungefütterten Windbreaker aufgekommen.
Warmer Pullover und Pudelmütze und dann dieser Anorak ... diese feste hoch schließende Kapuze ... das wars. Nach der Beendigung der Lehre kaufte ich mir meinen ersten
Skianzug ... zitronengelber Zweiteiler, die Kapuze war mit Reißverschluß am hohen Kragen befestigt. Anfangs kam ich mir ordentlich "overdressed" vor und es
brauchte schon Überwindung, in dem Teil im Winter rauszugehen. Ich sah mich oft mit Fragen von Bekannten konfrontiert, warum ich denn so was anziehen würde.
Manche fanden dan Anzug toll, andere wieder "so was zieht man doch nur zum Skifahren an" Die Farbe war ja auch nicht zu übersehen. Aber ich fühlte mich
pudelwohl darin. Die Kapuzenkordel musste man zwar unter dem Kinn binden. Dadurch rutschte der breite Kragen bis über den Mund. Wenn es schneite - ein schönes Feeling da drunter.
Nach und nach legte sich das mit den Fragen und auch mein "Overdressedgefühl" nahm ab. Vieleicht auch, weil damals immer mehr Halbwüchsige und Teenies auch außerhalb des Wintersports in solche Anzüge gesteckt wurden und auch die Erwachsenen in der Weihnachtszeit und den Winterferien sich dieser Teile in der Freizeit bedienten und diese bei uns im Straßenbild zu sehen waren.
Ich zog meine Kapuzen erst vor der Haustür über. Im Gegensatz zu vielen Mädels damals, bei denen zum Anorakanziehen im Winter auch
gleich das Kapuzenaufestzen und Zubinden auch des Tunnelzugs unten im Saum mit dazu gehörte.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von cappuccino » Do 16. Aug 2018, 21:29

Das mit dem Absetzen der Kapuzen gleich wenn man an der Haustür war, kenne ich auch. Ist das bei Dir besser geworden, als die Kapuze zum Standard wurde? Bzw. wie war es, wenn Du mit Deiner Mutter unterwegs warst? Hast Du dann die Kapuze bis zur Wohnung aufgelassen? Und ich kann mich auch ganz gut erinnern, dass ich mir auf dem Heimweg gedacht habe: Diesmal lässt Deine Kapuzen auf bis zur Wohnung! Macht doch nichts! Gemacht habe ich es dann aber leider selten!

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Do 16. Aug 2018, 00:08

Gast hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 19:40
Besucher hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 09:18
Als es dann noch anfing zu regnen, kam natürlich noch das Regencape drüber, so dass ich dann eine Mütze und zwei Kapuzen auf hatte. Das Ganze war nun schon sehr lange her, bleibt aber unvergessen.
Das muß ein heftiges Gefühlswirrwarr gewesen sein, um es so unvergessen zu machen. Hat denn das Mädchen auf das Regencape reagiert? Oder hatte sie selber eines aufgesetzt bekommen? Trug bei uns ein Junge ein Regencape, wurde er schon gern einmal gehänselt. Dabei ist das Cape ansich ein geschlechtsunspezifisches Kleidungsstück.
Hallo Gast,
entschuldige bitte, ich hatte ganz vergessen zu antworten.
Ob das Mädchen auch ein Regencape übergezogen bekam, weiß ich leider nicht mehr. Ich hatte vor einigen Jahren noch ein Bild gesehen, als ich bei der Familie war, und das zeigte das Mädchen mit einem Kopftuch und mich im Anorak mit aufgesetzter Kapuze unter der noch die Pudelmütze vorschaute. Das Regencape kam dann später drüber. Aber über das Cape und auch über die Anorakkapuze wurde nicht gesprochen. Bei Regen Anorak und Regencape drüber, beide Kapuzen aufgesetzt, das war ganz normal - auch in der Schule. Niemand hat ein Wort darüber verloren. Ich mochte das Cape auch sehr - über dem Anorak oder auch solo. Letzteres kam jedoch nur äußerst selten vor. Ich habe es, wenn ich allein in der Wohnung war, auch ab und zu mal übergezogen, die Kapuze aufgesetzt und fest zugeschnürt damit sie gut anliegt, aber dann schnell wieder abgelegt, damit es niemand merkt.
Aber das Komische, wie schon mal erwähnt: Meistens hatte mir meine Mutter die Kapuze des Regencapes aufgesetzt und zugeschnürt und wenn ich bei Regen nach Hause kam, habe ich die Kapuzen immer schon an der Haustür abgesetzt, statt damit bis nach oben zu kommen. Da hätte ich doch wirklich keine komischen Gefühle zu haben brauchen.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von WillOne » Do 9. Aug 2018, 20:45

Hier ein Beispiel, wie es auf es Klassenfahrten war:
Radtour002.jpg
Radtour002.jpg (153.77 KiB) 462 mal betrachtet
Das kenne ich auch noch mit Regenmantel über die Jacke oder andere mit Windbreaker.

Da wir selbst diese Kleidung nicht hatten, hat uns der Anblick neidisch gemacht. ^^

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von WillOne » Do 9. Aug 2018, 20:26

regencape76 hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 19:55
WillOne hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 18:10
Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.
Ja, dieses Gefühl kenne ich zu gut. Ich weiß nicht, ob man das der heutigen Schülergeneration überhaupt noch so vermitteln kann. Regencape scheint maximal uncool zu sein.
WillOne hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 21:25
Das wird sicherlich der Nährboden dafür gewesen sein, dass ich eine ausgeprägte Leidenschaft für diese Kleidungsstücke habe. Diesen erlebten Mangel in der Kindheit fülle ich seit dem jungen Erwachsenenalter aus.
Eine weise Aussage. Einen großen Teil meiner Empfindungen für Kapuzen, Pudelmützen und Regencapes habe ich dem beschriebenen Mangel in der Kindheit zu verdanken.

Gruß
regencape76
Die Regencapes waren in den 1990er und 2000er Jahren meistens Pflichtkleidung von den Eltern. Ich denke, dass es unsere heutige Vorliebe für Regencapes geprägt hat, weil es für unsere Eltern keine Pflichtkleidung war und wir die Mitschüler mit Regencapes beneidet haben. Zwar fehlte mir noch das Geld für ein Regencape, aber im Jugendalter habe ich Regencapes in entsprechenden Fachgeschäften schon anprobiert. ^^ Sogar Windbreaker habe ich in Läden für Outdoorkleidung anprobiert, aber wie schon gesagt fehlte mir die Kohle. Ich habe mich gerne beraten lassen von den Mitarbeitern, vor allem was die Handhabung der Kapuze betrifft. =D

Die Windbreaker waren damals noch im Kommen. Ab 2005 kam der Hype der Carhartt-Windbreaker (aber extrem teuer) und später die Windbreaker mit seitlichem Reißverschluss (Ragwear, Mazine, Sublevel, etc.). Heute hängen von mir etliche Exemplare im Kleiderschrank.

Ja, kapuzige Kleidung war für uns wie Goldstaub. Wir hatten kein Geld, uns sie selbst zu kaufen und Eltern oder andere Verwandte haben es uns auch nicht gekauft. Ich habe zwar manchmal meine Wünsche geäußert, aber auf Erfüllung dieser Wünsche brauchte ich nicht hoffen. Sogar auf den Packlisten für die Klassenfahrt stand Regenkleidung und ich habe mich geärgert, dass andere Schüler im Friesennerz rumliefen oder ein gummiertes Regencape an hatten. Heute lässt sich vieles via Onlineversand bestellen oder gebrauchte Sachen sich auf entprechenden Portalen finden.

Noch dazu hielten es meine Eltern nicht für angebracht, dass mit diesen Kleidungsstücken in Erscheinung trete, obwohl mein Verlangen danach groß war. Dadurch hat sich eine extreme Spannung aufgebaut, die ich erst ab dem jungen Erwachsenenalter auflösen konnte. Diese Spannung im Kindes- bzw. Jugendalter hat sich heute zu einer Neigung bzw. Vorliebe entwickelt.

Heute kann ich selbst bestimmen, was ich trage an kapuziger Kleidung und was ich mir an Regenkleidung zulege. Die Gesellschaft ist heute viel liberaler gegenüber Kapuzenkleidung und das Angebot davon wesentlich größer.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von regencape76 » Do 9. Aug 2018, 19:55

WillOne hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 18:10
Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.
Ja, dieses Gefühl kenne ich zu gut. Ich weiß nicht, ob man das der heutigen Schülergeneration überhaupt noch so vermitteln kann. Regencape scheint maximal uncool zu sein.
WillOne hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 21:25
Das wird sicherlich der Nährboden dafür gewesen sein, dass ich eine ausgeprägte Leidenschaft für diese Kleidungsstücke habe. Diesen erlebten Mangel in der Kindheit fülle ich seit dem jungen Erwachsenenalter aus.
Eine weise Aussage. Einen großen Teil meiner Empfindungen für Kapuzen, Pudelmützen und Regencapes habe ich dem beschriebenen Mangel in der Kindheit zu verdanken.

Gruß
regencape76

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Gast » Do 9. Aug 2018, 19:40

Besucher hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 09:18
Als es dann noch anfing zu regnen, kam natürlich noch das Regencape drüber, so dass ich dann eine Mütze und zwei Kapuzen auf hatte. Das Ganze war nun schon sehr lange her, bleibt aber unvergessen.
Das muß ein heftiges Gefühlswirrwarr gewesen sein, um es so unvergessen zu machen. Hat denn das Mädchen auf das Regencape reagiert? Oder hatte sie selber eines aufgesetzt bekommen? Trug bei uns ein Junge ein Regencape, wurde er schon gern einmal gehänselt. Dabei ist das Cape ansich ein geschlechtsunspezifisches Kleidungsstück.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von WillOne » Do 9. Aug 2018, 18:10

WillOne hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 21:25
In meiner Kindheit waren es maximal Regenmäntel. Regencapes habe ich mir erst im Erwachsenenalter selbst zugelegt. Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.
Genauso verhielt es sich mit Windbreakern (Schlupfjacke mit Kapuze), Outdoorjacken oder Hoodies. Ich hätte es gerne als Kind getragen, aber konnte es mir erst zulegen, als ich mein eigenes Geld hatte.

Das wird sicherlich der Nährboden dafür gewesen sein, dass ich eine ausgeprägte Leidenschaft für diese Kleidungsstücke habe. Diesen erlebten Mangel in der Kindheit fülle ich seit dem jungen Erwachsenenalter aus.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Do 9. Aug 2018, 09:18

Gast hat geschrieben:
So 15. Jul 2018, 18:56
Ich bereue es bis heute, ab dem Beginn der Schulzeit so vehement gegen das Tragen eines Regencapes rebelliert zu haben. Der PVC-Regenmantel war nicht einmal ein halbwertiger Ersatz für das aus heutiger Betrachtungsweise unvergleichliche Gefühl des gewissen Eingeengtseins, welches das Tragen eines Regencapes auslöst. Heute nur ein Traum, allenfalls nachgespielt: Anorak mit aufgesetzter Kapuze, vielleicht sogar noch eine Pudelmütze darunter, dann folgt der Schulranzen oder Rucksack auf dem Rücken und zum Schluß die Krönung: Das strenge Einhüllen ins Regencape, welches geradeso über Kind und Ranzen paßt. Tja, das hat man real faktisch verpaßt.
Da kann ich sagen: In diesen Genuss kam ich öfter. Auch in der Zeit, als die Mütze noch Priorität hatte, hatte ich bei Regen anstatt der Mütze die Anorakkapuze aufzusetzen. Wenn es noch nicht so kalt war, dass ich sonst die Mütze gebraucht hätte, sollte ich die Kapuze meines Anoraks aber trotzdem aufsetzen, damit ich das kalte Plastik des Capes nicht an den Ohren spüre, was mich ab er nicht gestört hätte. Dann kam der Schulranzen und über all dem dann das Regencape, dessen Kapuze zu guter Letzt aufgesetzt und zugeschnürt wurde. Ich glaube, letzteres hatte meine Mutter übernommen.
An einmal kann ich mich sogar an die "Dreierkombination" erinnern. Es war an einem Karfreitag, also nicht im tiefsten Winter. Wir waren mit einer befreundeten Familie wandern. Ich war wie damals üblich unterwegs im Steppanorak und hatte meine Pudelmütze auf dem Kopf. Meine Mutter meinte, dass es ziemlich nasskalt sei und zog mir relativ bald die Anorakkapuze über die Mütze. Ein etwa gleichaltriges Mädchen der befreundeten Familie hatte nur ein Kopftuch auf, kommentierte meine "Verpackung" aber nicht. Als es dann noch anfing zu regnen, kam natürlich noch das Regencape drüber, so dass ich dann eine Mütze und zwei Kapuzen auf hatte. Das Ganze war nun schon sehr lange her, bleibt aber unvergessen.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Gast » So 15. Jul 2018, 18:56

Ich bereue es bis heute, ab dem Beginn der Schulzeit so vehement gegen das Tragen eines Regencapes rebelliert zu haben. Der PVC-Regenmantel war nicht einmal ein halbwertiger Ersatz für das aus heutiger Betrachtungsweise unvergleichliche Gefühl des gewissen Eingeengtseins, welches das Tragen eines Regencapes auslöst. Heute nur ein Traum, allenfalls nachgespielt: Anorak mit aufgesetzter Kapuze, vielleicht sogar noch eine Pudelmütze darunter, dann folgt der Schulranzen oder Rucksack auf dem Rücken und zum Schluß die Krönung: Das strenge Einhüllen ins Regencape, welches geradeso über Kind und Ranzen paßt. Tja, das hat man real faktisch verpaßt.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Mo 9. Jul 2018, 17:50

Mit ist noch etwas eingefallen, was ich hätte anders machen können. Da war ich um die 11 oder 12 Jahre alt. Aus meinem Regencape aus der Grundschulzeit, das ich sehr mochte, war ich rausgewachsen und die friesennerzähnliche Regenjacke hatte ich noch nicht. Als ich mit dem Rad zur Schule wollte, regnete es ziemlich und da zog mir meine Mutter das graue, innen gummierte Regencape meines Vaters über, mit der Bemerkung, dass er es gern trug. Allerdings kamen da noch Überschuhe und aller mögliche sonstige Schutz dazu. Das hatte mich überfordert und ich bat darum, es bei der aufgesetzten Anorakkapuze zu belassen. Schlauer wäre es gewesen, wenn ich nur die anderen Dinge abgelehnt, das Cape aber genommen hätte. Möglicherweise hätte es jedoch ein Problem mit der Kapuze gegeben. Das Cape war für Erwachsene; mein Kopf war ja noch etwas kleiner und die Kapuze hatte einen eingenähten straff gezogenen Gummi. Da hätte - egal welche Temperatur wir gehabt hätten - wohl die Anorakkapuze drunter nicht gereicht, um zu verhindern, dass mir die Kapuze in die Augen rutscht. Da hätte ich höchstwahrscheinlich unter der Anorakkapuze auch noch die Pudelmütze haben müssen, was ja, wenn es nicht zu warm gewesen wäre, auch ganz nett gewesen wäre.
In späteren Jahren hatte ich für Ausflüge nach dem Cape gefragt und auch mitbekommen, da hat es aber dummerweise nicht geregnet. Ich hätte auch für kurze Strecken einfach nochmal nachfragen sollen: "Kann ich das mit dem Regencape nochmal probieren - aber ohne die anderen Sachen?" Das hätte mit Sicherheit geklappt. Und so ein Cape war eigentlich mein geheimer Traum.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Sa 7. Jul 2018, 20:06

Besucher hat geschrieben:
Sa 7. Jul 2018, 18:50
cappuccino hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 21:06

Wie alt warst Du da?
Hallo cappuccino,
als ich die Kapuze als Standardkopfbedeckung vorschlug, war ich 14 oder 15 Jahre alt.
Als wir mit der anderen Familie im Urlaub waren und der Ausspruch kam "Denk dran, du hast eine Kapuze!", da war ich wohl 13. Und vorher, das mit der Familie mit dem kleineren Kind und mit dem "in den Schmutz werfen" der Pudelmütze, da war ich wahrscheinlich 10. Schon da, aber zumindest ab 13 hätte mehr laufen können. Aber eben besser später als gar nicht.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Sa 7. Jul 2018, 19:37

Ergänzend zu obigem Beitrag kann ich noch sagen, dass, als ich nicht mehr zuhause wohnte, mich meine Mutter einmal besuchte und mir ein Geschenk mitbrachte - speziell zum Radfahren: Einen hellen wattierten Anorak - und sie hat extra darauf geachtet, dass er eine angeschnittene gefütterte Kapuze hat - damals auch noch mit Kordel.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Sa 7. Jul 2018, 18:50

cappuccino hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 21:06
Hallo Besucher,

ich finde Du hast ja schon etwas anders gemacht: Du hast zu Deiner Mutter gesagt, dass Du von nun an gerne die Kapuze als "Standardkopfbedeckung" nutzen würdest. Ich finde das ziemlich mutig und gut. Wie alt warst Du da? Hast Du darüber zuvor lange nachgedacht oder war es ein spontaner Entschluss? und hast Du hinterher nochmal nur die Mütze getragen ohne auch die Kapuze aufgesetzt zu haben?
Hallo cappuccino,
als ich die Kapuze als Standardkopfbedeckung vorschlug, war ich 14 oder 15 Jahre alt. Das kam nicht spontan, sondern war schon gut überlegt. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich zwar noch die Mütze, z. B. wenn wir im Auto unterwegs waren. Aber wenn ich mit dem Rad zur Schule fuhr oder sonst nachmittags oder in den Ferien mit dem Rad unterwegs war, und das war oft, dann hatte ich immer meinen Anorak an und grundsätzlich die Kapuze übergezogen und zugeschnürt und nicht mehr die Mütze auf.
Eine Ausnahme war, wenn es für den Schulweg besonders kalt war, dann sollte ich wegen des warmen Plüschfutters meinen Parka anziehen, der eigentlich für gute Zwecke gedacht war. Dann kam auch die Pudelmütze auf bzw. die Schimütze, die dann heruntergezogen wurde. Über diese kam dann die Kapuze des Parkas, noch ein Schal und Handschuhe.
Wie gesagt, der Parka war eigentlich für gute Zwecke und dazu hatte ich auch eine Fellimitatmütze. Da ein Freund von mir seinen Parka immer mit Kapuze trug, machte ich den Vorschlag, auch hier die Kapuze aufzusetzen. Die mochte ich auch besonders wegen des Plüschfutters. Meine Mutter hatte auch hier nichts dagegen, obwohl sie die Mütze eigentlich sehr schön fand. Da ich den Parka ja logischerweise immer anzog, wenn es kalt war, hatte ich auch so gut wie immer die Kapuze auf.
Übrigens viel später, als ich schon nicht mehr zuhause wohnte, schickte mir meine Mutter ein Paket mit verschiedenen Sachen. Darunter war auch eine Mütze mit dem Vermerk, dass ich sie auch gut unter der Kapuze tragen kann.

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von cappuccino » Fr 6. Jul 2018, 21:06

Hallo Besucher,

ich finde Du hast ja schon etwas anders gemacht: Du hast zu Deiner Mutter gesagt, dass Du von nun an gerne die Kapuze als "Standardkopfbedeckung" nutzen würdest. Ich finde das ziemlich mutig und gut. Wie alt warst Du da? Hast Du darüber zuvor lange nachgedacht oder war es ein spontaner Entschluss? und hast Du hinterher nochmal nur die Mütze getragen ohne auch die Kapuze aufgesetzt zu haben?

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von Besucher » Fr 6. Jul 2018, 16:48

Mir fiel noch etwas ein, was ich schon einmal als "verpasste Gelegenheit" beschrieben hatte. Das war noch, bevor die Kapuze Standard wurde und das wäre möglicherweise ein schöner Startpunkt für "mehr Kapuze" gewesen.
Anlässlich eines Urlaubs in den Bergen machten wir einen Ausflug und von dort aus unternahm die Familie, die uns begleitete eine kleine Wanderung, zu der sie mich mitnahmen. Meine Mutter blieb auf der Zwischenstation. Es war zwar Sommer, aber wir hatten alle unsere Anoraks an. Wir waren ja in den Bergen. Als ich mit den anderen los zog rief mir meine Mutter noch nach: "Denk dran, du hast eine Kapuze!" Das war damals eine versteckte Kapuze - noch bevor meine Mutter sie mit Plüsch fütterte. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie das Wetter damals war, aber bei 22 Grad und wolkenlosem Himmel hätte sie das wohl nicht gesagt. Allerdings weiß ich, dass mich die Kapuze damals schon reizte, ich sie aber nicht aufgesetzt habe.
Es hätte doch sicher währenddessen ein kaltes Lüftchen oder einen anderen Anlass gegeben. Die Familie, mit der ich unterwegs war, war auch "kapuzenfreundlich". Der Vater meinte einmal: "Wenn man empfindlich ist, sollte man besser die Kapuze aufsetzen."
Ich stelle mir nur einmal vor, wenn ich dann irgendwann doch meine Kapuze aufgesetzt hätte - die versteckte Kapuze wäre auf keinen Fall "zu warm" gewesen und ich wäre dann zu meiner Mutter mit der zugeschnürten Kapuze auf dem Kopf zurück gekommen. Oder falls man die Kapuze beim Zurückkommen nicht mehr hätte rechtfertigen können, hätte ich sie hinten hängen gehabt und gesagt: "Zwischendurch habe ich die Kapuze doch gebraucht." Ich könnte mir vorstellen, dass meine Mutter mich für meine Vernünftigkeit gelobt hätte oder dass sie das zumindest wohlwollend zur Kenntnis genommen hätte.
Das wäre dann der Startpunkt gewesen. Dann hätte es ab diesem Zeitpunkt sicher weitere Gelegenheiten gegeben, wo man hätte reagieren können, wie cappuccino weiter oben schrieb, "Ein guter Anfang wäre wohl gewesen sich einfach mal von sich aus die Kapuze aufzusetzen, wenn die Eltern daneben standen."
Ich hätte ja dann auch bei entsprechendem Wetter sagen können: "Mir ist das zu windig." und hätte mir dann die Kapuze übergezogen. Oder vielleicht eher: "Es ist doch kalt. Ich glaube, ich setze die Kapuze auf. - O.k.?" Welche Mutter sagt dann: "Nein, lass die unten!"? Ich glaube, die Mütter würden dann eher von sich aus einem beim Zubinden helfen. Vielleicht hätte sie auch gesagt: "Da brauchst du nicht fragen. Wenn du es für nötig hältst, setz einfach die Kapuze auf."
Ein milderer Einstieg wäre vielleicht noch gewesen, mit hinten heraushängender Kapuze nach Hause zu kommen und zu bemerken - natürlich sofern zutreffend: "Unterwegs war es windig. Da habe ich mir die Kapuze übergezogen."
Vielleicht wäre dann die Erwiderung gekommen: "Sehr vernünftig." oder "Hättest du sie doch aufgelassen; die Kapuze schadet nie."
Da hätte ich doch viel früher in den Genuss von "mehr Kapuze" kommen können.
Eher untergeordnet ist, wenn ich bei anderen war. Ich erinnere mich, wie ich für ein paar Tage bei einer anderen Familie war. Bei einem Ausflug wurde ihrem jüngeren Sohn die Kapuze seines Anoraks übergezogen da es auf dem Schiff, auf dem wir waren, windig war. Er bemerkte, dass ich sie nicht auf hatte und so hieß es von seiner Mutter zu mir: "Setzt du auch deine Kapuze auf." Das hatte ich natürlich brav gemacht. Ich denke, als wir in das Innere des Schiffs gingen, haben wir unsere Kapuzen wieder abgesetzt. Da hätte ich ja beim Verlassen des Schiffs von mir aus meine Kapuze wieder aufsetzen und zuschnüren können und dem kleinen Jungen sagen können, dass wir ja unsere Kapuzen auf haben sollen. Das hätte mir bei seinen Eltern sicher "Punkte" eingebracht. Bei dem Aufenthalt bei der Familie hatte ich meine Pudelmütze nicht dabei. Da hätte ich ja auch, wenn wir mal raus gingen, von mir aus fragen können, ob ich meine Kapuze aufsetzen soll. Ich denke, es hätte schon öfter geheißen: "Kannst du machen, wenn du möchtest." Aber ich hätte nicht gewollt, dass meine Mutter das erfährt. - Warum nur? Vielleicht hätten sie ihr gesagt, wie brav ich meine Kapuze aufsetze und meine Mutter hätte sie mir vielleicht dann auch schon früher übergezogen oder mich öfter gefragt: "Möchtest du deine Kapuze aufsetzen?"

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

von WillOne » Do 5. Jul 2018, 21:25

In meiner Kindheit waren es maximal Regenmäntel. Regencapes habe ich mir erst im Erwachsenenalter selbst zugelegt. Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.

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