Kapuzenerlebnisse als Kind

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JeansParka
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#41 Beitrag von JeansParka » Sa 21. Okt 2017, 07:17

Jetzt fallen mir doch (noch) mehrere Beobachtungen ein, wo die Kapuze gerne und ohne offensichtlich mulmiges Gefühl getragen und auch zugebunden wurde. Wahrscheinlich ist es so, dass ich da erstmal mehr nach eigener Stimmungslage geschaut habe und um so mehr ich schreibe und lese, desto mehr fällt mir ein.
Ich erinnere mich an eine Schiffahrt bei einem Nordseeurlaub. Da war auch eine Mutter mit Tochter an Bord. Die Tochter war so etwa 14. Die beiden kamen offensichtlich aus Bayern und waren noch nicht oft an der Nordsee. Jedenfalls ging aus ihrem heiteren Geflachse hervor, dass sie sich wohl gerade spontan ihren ersten Friesennerz gekauft hatten, weil man den eben hier trägt und er dazu gehört. Wie gesagt, sie waren heiterer Stimmung und als das Schiff aus dem Hafen auslief, meinte die Mutter "jetzt müssen wir auch die Kapuze aufsetzen und zubinden." Beide taten das, zogen die Bänder stramm und schnürten sie recht fest zu. Dabei lachten sich fast kaputt und so und auch in dieser Stimmung verbrachten beide die ganze Fahrt. Das war noch in den 70ern. Die meisten unbefangenen Beobachtungen kommen aber mehr aus den frühen 80ern. In meiner Ausbildung im Büro hatten wir auch eine Azubine, die vielleicht zwei Jahre jünger war als ich. Im ersten Winter, wo sie bei uns war (mit 16) ging sie Mittags oft raus. Dann zog sie sich ihren blauen Anorak über, setzte die Kapuze auf und schnürte sie vorne fest zu, völlig selbstverständlich und heiterer Stimmung.
Ich spielte damals auch Fußball. Wir hatten einen etwas älteren Spieler in der Mannschaft, der kam immer mit seiner Familie - heißt Frau und zwei Kinder - zu den Spielen auf dem Sportplatz. Dort gab es genug Spielmöglichkeiten für die Kinder, die damals wohl so 7 und 4 wahren. zuerst wurden immer die Kinder zum Spielen zurecht gemacht und das hieß in der kälteren Jahreszeit, eigentlich ab Herbst: Anorak an, Kapuze auf und fest zugebunden. Erst dünnere Jacken, wenn es kälter wurde dickere und irgendwann kam dann auch die Mütze unter die Kapuze. Für die Kinder (Mädchen) schien das ganz normal und selbstverständlich zu sein. Sie ließen sich immer bereitwillig die Kapuze zubinden und verloren sich in ihrem Spiel, die ganzen zwei bis drei Stunden. Ich habe nie gesehen, dass sie etwas gegen die Kapuze oder das zubinden einzuwenden hatten.
Schließlich habe ich mal eine Mutter mit Tochter beim Einkaufen beobachtet. Das Mädchen war so etwa 13. Sie kamen aus einem Geschäft und es hatte wohl angefangen zu regnen. beide setzten sich sofort die Kapuzen ihrer gelben Originalfriesennerze auf. Die Tochter wollte schon weiter gehen, da rief die Mutter sie zu sich, rückte ihr die Kapuze zurecht, zog die Bänder stramm und schon saß vorne die Schleife. Für die Tochter schien das kein Problem und ich hörte wie sie fragte:"wann muss denn die Kapuze zugebunden werden?" Die Antwort konnte ich dann nicht verstehen und die Tochter antwortete:"Also eigentlich immer"..und die Mutter sagte daraufhin:"Im Grunde Ja!" Ich konnte zwar nicht die Gefühle des Mädchens lesen, aber sie schien mit der Antwort zufrieden zu sein und nahm sie recht selbstverständlich entgegen. Dann gingen beide weiter, die Tochter mit zugebundener Kapuze, die Mutter mit locker aufgesetzter Kapuze.

PlueschbabyCD
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#42 Beitrag von PlueschbabyCD » Sa 21. Okt 2017, 12:40

Hallo,
wohl zumindest letzten Fall hat die Mutter ihr Tochter wohl Grund genannt der wohl damals für Tochter nachvollziehbar war.Ob das heute noch immer ist die Frage. Was mich an Lax Beispiel mit der interessiert hätte wäre wie die Mutter neben der Tochter noch ein Sohn gehabt hätte ob, die Beiden wirklich gleich behandelt hätte oder ob sie die Tochter strenger behandel hätte. Da man der ja ein hoher Schutzbedürftigkeit zugeschrieben hätte.

Vielleicht hat es Mutter auch nur so gemacht, selbst kein Vater oder Verwandter dabei war, weil wusste das wenn die Tochter krank wird man ihr die Schuld gibt unabhängig ob sie wirklich was dafür kann.

Sie kann ja eben auch als Kind mal krank geworden, seinen und erlebt wie dann ihr Mutter Vorwürfe bekommen hat, weil ihr Tochter nicht warm genug angezogen hatte.

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Lax
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#43 Beitrag von Lax » Sa 21. Okt 2017, 13:25

Hi,
das mag ja alles möglich sein. Aber ich denke es war auch Faulheit. Sie hat ihre Tochter einmal angezogen und gut verpackt, dass bleibt dann so.
Ich kann mich gut erinnern wenn ich zum Einkaufen mit mußte. Wir sind dann in mehreren Geschäften gewesen. Da hat man mich auch nicht gefragt.
Da blieb ich auch so zugebunden. Inklusive der Handschuhe, nur das Mädchen von dem ich erzählt hatte trug ja noch was drunter.
Unter der dicken Daunen kapuze hatte sie den Kapuzenpullover, da drunter eine Schlupfmütze.
Aber es war ein total liebes ruhiges Mädchen. Die wurde dann genauso angezogen. Sie sah so verpackt aber knuffig aus.
Grüße aus dem Norden

PlueschbabyCD
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#44 Beitrag von PlueschbabyCD » Sa 21. Okt 2017, 21:12

Das im Geschäft vergessen hat oder weil das nicht lange dauert Arbeit sparen wollte kann ja sein. Ich bin ja jetzt nicht so man es absichtlich gemacht weil eben will das sie sich so verhalt wie es gemacht hat.
Wobei ich von andren auch gehört das eben wohl gemacht nach Motto wenn es die Mutter so will müssen sie es ertragen lernen ohne zu motzen. Wobei ich mich eben mir erinner kann das bei mehreren Geschäften fast umgekehrt war, weil meinten das es schädlich wäre wenn Dirnen dann schwitze und bei raus kommen, dann dadurch mehr freien würde. Wobei ich in Mitte 70er geboren wurde so mein Kindheit bis früheren 80er hatte. Übrig auch ich Parker mit Fellfutter raus nehmen geliebt. Heute da bei mir Zwiespalt das sie gern anziehen würde wenn durchgehendes Fellfutter haben aber wenn wenn Militärgrüne oder in Camouflage ablehne weil ja mit Arme was zu tun haben.

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#45 Beitrag von Besucher » Sa 28. Okt 2017, 22:44

PlueschbabyCD hat geschrieben: Übrig auch ich Parker mit Fellfutter raus nehmen geliebt. Heute da bei mir Zwiespalt das sie gern anziehen würde wenn durchgehendes Fellfutter haben aber wenn wenn Militärgrüne oder in Camouflage ablehne weil ja mit Arme was zu tun haben.
Bei mir blieb das Fell- bzw. Plüschfutter sehr lange im Parka. Nur im Sommer kam es raus, wo ich ihn sowieso kaum an hatte. Und wenn ich ihn an hatte, dann war es überwiegend so, dass mein Kopf in der fest zugemachten Kapuze steckte - mit Mütze drunter oder solo. Das Fell spürte ich natürlich nur ohne Mütze.
So mochte ich auch einen warm wattierten Anorak sehr gern, weil er eine Plüsch gefütterte Kapuze hatte. Ich kann mich noch daran erinnern - da war ich schon älter - dass ich sogar Anfang August an einem Morgen, weil es kühl war, diesen Anorak anzog und mir die Plüschkapuze aufsetzte.

cappuccino
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#46 Beitrag von cappuccino » Sa 25. Nov 2017, 16:57

Hallo,

beim Durchlesen der alten Posts hier sind mir ein paar Einträge aufgefallen, in dem davon die Rede ist, früher wurden Kapuzen nur getragen, weil man musste. Bei mir war das mehr oder minder so, bei den meisten anderen weiß ich es nicht. Aber es gab auch das komplette Gegenteil. Kann mich an eine Mitschülerin erinnern, bei der ich ab und an zum spielen war. Wir sind dann schon auch mal herausgegangen um draussen zu spielen und es war wohl Herbst und sie sagte zu Ihrer Mutter, dass wir heraus gehen zum spielen. Mutter sagte: "Setzt Eure Mützen auf", was ich auch brav machte. Meine Schulfreundin aber sagte: "Ich setze meine Kapuze auf." was sie dann auch gleich tat. Ich war total baff und irgendwie auch neidisch. So einfach vor der eigenen Mutter die Kapuze aufzusetzen ohne dass sie dazu aufgefordert hatte, hätte ich wohl nie getan.

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#47 Beitrag von Besucher » Mi 29. Nov 2017, 11:34

cappuccino hat geschrieben:Hallo,

beim Durchlesen der alten Posts hier sind mir ein paar Einträge aufgefallen, in dem davon die Rede ist, früher wurden Kapuzen nur getragen, weil man musste. Bei mir war das mehr oder minder so, bei den meisten anderen weiß ich es nicht. Aber es gab auch das komplette Gegenteil. Kann mich an eine Mitschülerin erinnern, bei der ich ab und an zum spielen war. Wir sind dann schon auch mal herausgegangen um draussen zu spielen und es war wohl Herbst und sie sagte zu Ihrer Mutter, dass wir heraus gehen zum spielen. Mutter sagte: "Setzt Eure Mützen auf", was ich auch brav machte. Meine Schulfreundin aber sagte: "Ich setze meine Kapuze auf." was sie dann auch gleich tat. Ich war total baff und irgendwie auch neidisch. So einfach vor der eigenen Mutter die Kapuze aufzusetzen ohne dass sie dazu aufgefordert hatte, hätte ich wohl nie getan.
Hallo cappuccino,
ich erinnere mich noch daran, wie ich mit einem Freund draußen spielte. Wir hatten nur einfache Jacken an und seine Mutter kam mit Mützen für uns. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, ob ich, wenn ich einen Anorak angehabt hätte, den Mut aufgebracht hätte zu sagen: "Danke, aber ich habe ja eine Kapuze." und die dann vor ihr aufgesetzt hätte, was mir ja eigentlich lieber gewesen wäre.
Aber wir war es denn bei deiner Mitschülerin? Hat ihre Mutter sich dazu geäußert - positiv oder negativ oder es einfach so akzeptiert?

cappuccino
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#48 Beitrag von cappuccino » Mo 4. Dez 2017, 22:39

Hallo Besucher,

ihre Mutter hat dann einfach zugesehen wie sich meine Mitschülerin die Kapuze aufsetzte und zuband. Sonst nichts, auch keine Bemerkung. Habe die in diesem Moment richtig beneidet, hatte aber selbst meine Mütze schon auf und für Mütze und Kapuze war es nicht kalt genug. Und außerdem habe ich mich vermutlich nicht getraut.

Sind dann raus zum Spielen. Ich glaube später auf dem Heimweg habe ich meine Kapuze über die Mütze gezogen (und sie natürlich ab gemacht bevor ich zuhause war).

Hast Du denn sowas gemacht, dass Du da öfter mal gesagt hast, Du nimmst lieber die Kapuze?

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#49 Beitrag von Besucher » Di 5. Dez 2017, 10:44

cappuccino hat geschrieben:Hallo Besucher,

ihre Mutter hat dann einfach zugesehen wie sich meine Mitschülerin die Kapuze aufsetzte und zuband. Sonst nichts, auch keine Bemerkung. Habe die in diesem Moment richtig beneidet, hatte aber selbst meine Mütze schon auf und für Mütze und Kapuze war es nicht kalt genug. Und außerdem habe ich mich vermutlich nicht getraut.

Sind dann raus zum Spielen. Ich glaube später auf dem Heimweg habe ich meine Kapuze über die Mütze gezogen (und sie natürlich ab gemacht bevor ich zuhause war).

Hast Du denn sowas gemacht, dass Du da öfter mal gesagt hast, Du nimmst lieber die Kapuze?
In meinen früheren Kindheitsjahren hatte seitens meiner Mutter die Pudelmütze Priorität. Wenn es ihr außerhalb der "Mützenzeit" notwendig erschien, hatte ich natürlich meine Kapuze aufzusetzen, wie z. B. nach dem Hallenbadbesuch. Meine Mutter zog mir auch gern die Kapuze über die Mütze, wenn das Wetter entsprechend war. Aber ansonsten hatte ich mich nicht getraut, zu sagen, ich nehme lieber die Kapuze bis ich dann generell den Vorschlag machte. Wie ich schon einmal beschrieben habe, sagte ich, dass meine Haare beim Abnehmen der Mütze immer durcheinander kämen und ich es mit der Kapuze versuchen möchte. Meine Mutter meinte, dass das Problem damit nicht gelöst sei, ließ es aber zu und ab dem Zeitpunkt setzte ich für den Schulweg und auch sonst, wenn ich raus ging immer die Kapuze auf.
Vorher war es so, dass ich z. B. beim Radfahren unterwegs dann auch die Kapuze aufsetzte und hoffte, dass mich keine Bekannter damit sieht und vor dem Nachhausekommen hatte ich sie wieder abgesetzt.

JeansParka
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#50 Beitrag von JeansParka » Mi 21. Mär 2018, 09:43

Was ich nie mochte war in der Gegenwart vieler bzw mehrerer Menschen die Kapuze zugebunden zu bekommen oder auch sie selbst zubinden zu müssen. Insbesondere wenn die Verwandschaft (ausser wenn es nur meine Lieblingstante war) zusammenkam war es mir peinlich. Oft kamen dann zwei mir unangenehme Sachen zusammen. Ich erinnere mich an ein Familientreffen, es war wohl der Geburtstag meiner Oma im März, wo ich noch kleiner war, etwa 6 - kam aber so in etwa öfter vor - wo dann irgendwann der allgemeine Aufbruch kam. Und dann standen wir - Eltern, Tanten, Onkel, Oma, Cousins und Cousinen (ich habe 11 Cousins und Cousinen) - da alle zusammen im Flur. Zuerst mussten (durften) wir Kinder unsere Anoraks anziehen. Wir waren alle unterschiedlich alt. Wir wurden alle etwas unterschiedlich verpackt bzw zogen uns selbst an. Mütze, Kapuze oder beides war angesagt. Zu der Zeit habe ich mich ja noch gegen die Kapuze gesträubt, war aber in Gegenwart sovieler Menschen gelähmt. Das nutzte meine Mutter aus, setzte mir die Mütze auf und zog auch gleich die Kapuze drüber. Ich wagte nicht einmal zu sagen "keine Kapuze" und schon zog sie die Kapuze stramm und machte vorne eine feste Schleife. Auch hier war es mir nicht möglich auch nur Ansatzweise etwas wie "bitte nicht" oder "nicht zubinden" oder auch nur "nicht das" zu sagen. Auch kein zappeln oder bewegen des Kopfes war mir möglich. Ich stand nur still vor ihr und ließ die Prozedur über mich ergehen. Meine Emotionen waren dafür völlig ausser Kontrolle und ich beobachtete mit den Augenwinkeln wie es den anderen erging. Nur meiner Lieblingscousine, der es offensichtlich nichts ausmachte, und zwei weiteren Cousinen wurde die Kapuze auch zugebunden. Den beiden war es wohl auch etwas peinlich, jedenfalls wirkte es so für mich. Aber den anderen wurde die Kapuze nicht zugebunden oder nicht mal aufgesetzt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie uns mitleidig zumindest aber interessiert zuschauten. Mir war das total unangenehm. Habt ihr das auch so erlebt wenn viele Menschen dabei waren oder vielleicht insbesondere die Verwandschaft?....Und dann stand ich da und mir kam es endlos vor bis es nach draussen ging. Denn erst als wir Kinder fertig angezogen waren fingen die Erwachsenen plaudernd an sich selber für den Rückweg fertig anzuziehen. Irgendwie hatten sie endlos Zeit und wir mussten auf sie warten. Mir wurde zum einen sehr warm, aber auch deshalb weil ich peinlich berührt war und das Gefühl hatte alle - zumindest die von den Kindern - Augen waren auf mich gerichtet. Kennt ihr das auch?
Solche Situationen ergaben sich in meiner Kindheit öfter und auch später als ich die Kapuze schon gerne mochte habe ich es immer gehasst vor mehreren Leuten die Kapuze zugeschnürt zu bekommen oder auch es selbst machen zu müssen. Ausnahme war nur wenn wir Kinder unter uns waren und auch andere sich die Kapuze zuschnürten. Und was ich auch schlimm fand, wenn ich die Kapuze irgendwo drinnen aufbehalten musste oder nach dem Kapuze aufsetzen noch länger drinnen verweilen musste. Wenn es ging vermied ich das. Es war mir zu warm und vor allem fühlte ich mich angestarrt und belächelt. Zugebundene Kapuze drinnen wo viele Leute sind löste einfach heftige Emotionen in mir aus, obwohl ich mich nicht erinnern kann, dass mal jemand was dazu gesagt hat.

Dann erinnere ich mich noch an ein Mädchen aus meiner Klasse aus der Grundschulzeit. Sie gehörte auch zu denen, die in der entsprechenden Jahreszeit immer die Kapuze auf hatte und eigentlich auch immer fest zugeschnürt. Offensichtlich mochte sie das auch. Sie hatte die Eigenart wenn die Kapuze zugeschnürt war das Band vom Kinn in den Mund zu ziehen oder besser gesagt einfach irgendwie da rein rutschen zu lassen ohne die Hände zu nehmen. Dann kaute sie auf dem Band immer ein bisschen rum. Das machte sie eigentlich ständig oder zumindest sehr regelmäßig. Irgendwie faszinierend und sie hatte dabei irgendwie immer ein lächelndes Gesicht. Habt ihr auch solche oder andere ungewöhnliche Beobachtungen gemacht?

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#51 Beitrag von Besucher » Mi 21. Mär 2018, 11:38

JeansParka hat geschrieben: Kennt ihr das auch?
Dann erinnere ich mich noch an ein Mädchen aus meiner Klasse aus der Grundschulzeit.
Hallo JeansParka,
dieses Gefühl hatte ich eigentlich nie. Es gab auch nicht so viele Gelegenheiten wie von dir oben beschrieben, da in meiner früheren Kindheit noch die Pudelmütze Standard war und als die Kapuze die Regel wurde ich schon älter war und sie selbst aufsetzte und zuschnürte.
Doch an ein Ereignis kann ich mich noch erinnern. Ich berichtete hier schon irgendwo darüber. Wir waren mit einer Familie wandern. Es war an einem Karfreitag, also nicht im tiefsten Winter, aber es war schon kalt. Ich war damals 8 oder 9 Jahre alt. Ein etwa gleichaltriges Mädchen hatte einen Anorak an und ein Kopftuch um. Dabei blieb es auch im weiteren Verlauf. Ich startete im Anorak mit der Pudelmütze, wie gewöhnlich. Nicht lange nach dem Aufbruch meinte meine Mutter, dass es doch sehr kalt sei und zog mir in Gegenwart der anderen die Kapuze meines Anoraks über die Mütze und ich denke, sie hat sie auch zugebunden. Mich hat das überhaupt nicht negativ berührt. Obwohl ich damals die Kapuze schon insgeheim mochte, hatte ich allerdings auch kein Hochgefühl. Als es zu regnen begann, steckte sie mich noch in mein Regencape, dessen Kapuze logischerweise noch über die Anorakkapuze kam und von meiner Mutter fest zugeschnürt wurde. Auch das hat mir nichts ausgemacht.
Bei einer späteren Gelegenheit brachten wir Verwandte zum Bahnhof. Ich war da auch schon etwas älter und hatte einen Anorak mit einer versteckten Kapuze an. Es war auch kühl. Die Kapuze reizte mich, aber ich hätte sie damals niemals von mir aus aufgesetzt. So meinte ich: "Es ist sehr kalt!" Meine Mutter erwiderte: "Dann setz doch deine Kapuze auf!". Das habe ich dann auch gleich gemacht und sie fest zugeschnürt. Da hätte es mir auch in Gegenwart der Verwandten nichts ausgemacht, wenn meine Mutter sie herausgeholt und mir übergezogen und zugebunden hätte.
Was das Mädchen aus der Grundschulzeit betrifft, so hatte ich auch eine Mitschülerin, die ich nie mit Mütze sondern nur mit Kapuze gesehen hatte. Die hat sie so selbstverständlich aufgesetzt wie alle anderen ihre Mützen.

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#52 Beitrag von KWay-Fan » Mi 21. Mär 2018, 20:34

Es war wohl in der 4. oder 5. Klasse, da kam ein Mädchen neu in die Parallelklasse.
Sie war bildhübsch und in den Wintermonaten superschön verpackt.
Sie trug einen extrem dicken Daunenparka mit Fellkapuze. Die Kapuze natürlich aufgesetzt und zugebunden.
Man sah von ihrem süßen Gesicht nur die Augen.
Zudem hatte sie eine dicke Schneehose mit Latz an und ihre Füße steckten in Moonboots und ihre Hände in Daunenfäustlingen.
Die Ganze Verpackung hing während der Schule vor dem Klassenzimmer.
Wie gesagt, sie war bildhübsch und hatte in der Schule eine dunkle Steghose und einen Norweger-Rollkragenpullover an.
Nach der Schule stand sie wieder komplett verpackt draußen und wartete auf den Bus.
Selbst im Bus blieb sie in der Verpackung. Sie stieg an der selben Haltestelle wie ich aus, denn sie wohnte nur zwei Häuser weiter.
Wann immer sie draußen war, zeigte sie sich in der tollen Verpackung.
Eines Tages fehlte sie . . . sie waren wegezogen. Erst dann merkte ich, wie sehr sie mir fehlte.

JeansParka
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#53 Beitrag von JeansParka » Do 22. Mär 2018, 17:22

Bei mir war der Übergang zur Kapuze wohl deutlich früher als bei dir, Besucher. Ich frage mich gerade wie das gekommen ist. Ich bin 1970 zur Schule gekommen und auf dem Dorf im Norden aufgewachsen. An die Zeit vor der Einschulung habe ich zwar nur eine bruchstückhafte Erinnerung, allerdings kann ich mich aus der Zeit sehr gut an einzelne Erlebnisse mit der Kapuze erinnern. Wenn ich das richtig recherchiert habe liegt das an der starken Emotionalität dieser Situationen. Da viele Erfahrungen eben emotional sehr negativ belegt waren, habe ich mich jahrelang gar nicht erinnert, verdrängt. Das änderte aber nie etwas an dem besonderen emotionalen Reiz der Kapuze und insbesondere des zuschnürens. Irgendwann habe ich dann angefangen hinzuschauen was da in mir ausgelöst wird, zu spüren den Reiz der Kapuze und dann kam unweigerlich die Erinnerung, wohl auch weil es die gleichen Gefühle waren wie als Kind. Ich weiß noch wie ich vor ein paar Jahren damit anfing zu schauen und als ich dann ganz bewusst mir die Kapuze aufsetzte und zuschnürte und so durch die Stadt ging, da waren diese Ganze emotionale Achterbahnfahrt sofort da, vom Genuss bis zum peinlich berührt sein, Angst jemand Bekannten zu treffen etc etc...und die Erinnerung kam zurück!

...aber zurück zu meiner Kindheit. Ich glaube, dass so in den 60ern sowieso erst Kapuzenkleidung und gesteppte Anoraks aus Nylon aufkamen. Natürlich ist da meine Sicht auf mein Dorf beschränkt, aber diese Anoraks mit Kapuze erlebten da einen Siegeszug ohne das die Pudelmütze verdrängt wurde, denn die blieb mir (uns) erhalten. Der Siegeszug von Anorak und Kapuze war aber nur den Kindern vorbehalten. Erwachsene trugen Mäntel, die es eigentlich nur ohne Kapuze gab. Selbst Regenmäntel des Alltags hatten keine Kapuzen, Frauen trugen bei Regen diese Plastikregenhauben und als Schutz gegen Wind waren Kopftücher üblich. Das war bei meiner Mutter so, aber auch bei anderen Müttern oder auch Omas. Bei den Männern weiß ich nicht mehr so genau, aber ich glaube, dass durchaus noch Hut getragen wurde oder so Golfmützen oder so ähnlich. Wenn es dann richtig kalt wurde trugen Erwachsene auch mal Mütze und Schal. Das blieb noch bis weit in die Siebziger so bei den Erwachsenen. Lediglich der Friesennerz hielt bei vielen Erwachsenen als Kapuzenkleidung (gegen Regen) etwas früher Einzug in deren Garderobe. Die Kapuze vom Friesennerz wurde von den Erwachsenen auch aufgesetzt, bei Regen und auch an der See, also wenn wir an der Nord- oder auch Ostsee waren gab es das zu betrachten. Es gab damals in meinem Bekanntenkreis nur ein älteres Ehepaar an das ich mich erinnern kann, die schon damals Anoraks trugen. Einmal haben wir die beiden sogar bei einem Spaziergang mit aufgesetzter und zugeschnürter Kapuze getroffen. Die Frau gab ungefragt eine kurze Erklärung ab weshalb sie "noch" ihre Kapuzen auf hatten und dann setzten sie beide diese ab. Aber die beiden waren eine absolute Ausnahme. Und in diese Zeit kam dann der Anorak mit Kapuze auf, mit festen Zugbändern zum zuschnüren. Stopper und elastische Bänder gab es gar nicht. Auch damals sahen Eltern ihre Aufgabe gut für ihre Kinder zu sorgen und vor Not zu schützen, aber nicht vor emotionaler Not. Das Sorgen bezog sich auf genug zu Essen und zu trinken und eben auch vor Kälte. Sie sahen das förmlich als ihre Pflicht an. "Kind, du musst was Essen, damit du groß und stark wirst" war dem wohl geschuldet und über die Anoraks und die Kapuze - Damals wurde auch schon mal Windjacke oder Mantel dazu gesagt - wurde gesagt, dass sie wirklich schützt,"gegen Wind und Wetter" und dieser Schutz, den sahen sie wohl als Pflicht und damit auch als Tragepflicht für die Kinder. Bei meinen Eltern war es jedenfalls so, aber auch bei vielen Freunden. Und so bekam dann fast jedes Kind Anorak mit Kapuze. Meinen ersten Anorak bekam ich ja zu Weihnachten noch vor der Schulzeit und so wurde von meiner Mutter die Kapuze gleich als viel besserer Rundumschutz gegen Wind gesehen und die Kapuze über die Mütze gezogen. Das war ihre Überzeugung und da ging sie nicht von ab und weil ich das nicht einsah wurde ich gezwungen und die Kapuze zugebunden. Damals war ich mit Schleifen noch nicht vertraut und wusste auch nicht wie man sie öffnet. Dass ich nicht einsah, die Kapuze tragen zu sollen, bedeutete eben, dass ich versuchte sie mit der Hand von hinten wieder abzuziehen und zu quengeln, immer wieder. Na, und dann wurde einfach zugebunden und ich zurechtgewiesen in etwa mit den Worten, dass die Kapuze oben bleibt. Beim zubinden sagte sie dann wohl öfter "so, jetzt werden wir ja sehen, ob sie oben bleibt." Besonders wenn ich mich zu sehr wehrte und sie immer wieder abzog. So stand ich dann verzweifelt da und versuchte sie wieder abzustreifen. Aber die Kapuze saß zu eng, es gelang natürlich nicht durch ziehen und zerren an der Kapuze sie abzusetzen...blöde war auch, dass dadurch die Mütze unter der Kapuze verrutschte. Und da ich auch die Mütze nicht wirklich mochte - (Meine Mutter hat die Mützen immer selbst gestrickt und an eine Mütze - noch vor dem ersten Anorak mit Kapuze - erinnere ich mich. Es war eine Pudelmütze und sie hatte quasi Bänder angestrickt. Die Mütze wurde mir dann unter dem Kinn immer zugebunden) - mich also sowohl gegen Mütze als auch Kapuze sträubte, wurde das zubinden ein muss und wenn es nach dem Winter wärmer wurde, dann blieb es bei der zugebunden Kapuze, nur die Mütze darunter ließ sie weg. Mir ist aber sehr in Erinnerung geblieben wie ich an der Kapuze zog und zerrte und vor Ohnmacht immer mehr verzweifelte. Und so ergab ich mich dann so nach und nach meinem Schicksal und drinnen und vor anderen Leuten war für mich immer besonders schlimm. Als ich noch nicht zur Schule ging nahm mich natürlich meine Mutter immer Vormittags mit auf ihre Einkaufsrunde, Schlachter, Bäcker und EDEKA waren regelmäßig die Ziele. Beim Bäcker und Schlachter waren wir meist nur ein paar Minuten drin und so musste ich die Kapuze fest zugeschnürt dort immer aufbehalten. Ich fühlte mich da immer angestarrt und beobachtet und sehr unwohl so angeschaut zu werden. Beim örtlichen EDEKA war es mal so mal so. Wenn ich mich besonders beim anziehen gesträubt hatte musste ich sie dort auch aufbehalten, manchmal auch nicht. Aber dass bedeutet dann eben nach dem bezahlen, noch drinnen, vor meiner Mutter hinstellen, Hände runter und still halten während sie mir die Kapuze aufsetzte und sorgfältig zuschnürte. Und da man sich auf dem Dorf ja kennt, waren eben auch öfter Bekannte dabei mit denen Sie nebenbei klönte. Manchmal dauerte es nachdem sie mich so eingepackt hatte auch noch Minuten bis es nach draussen ging, weil ihr Gespräch noch nicht zu ende war.
Später, als ich die Kapuze längst für mich entdeckt hatte und sie eigentlich sehr mochte, blieb der Genuss die Kapuze schön zugeschnürt zu tragen aber trotzdem auch immer mit diesen Gefühlen der Ohnmacht, Pein und Verzweiflung verbunden. Am liebsten war es mir, wenn ich so angezogen für mich allein unterwegs war oder aber mit Kindern, die auch die Kapuze so trugen. Ich konnte dann aber auch dann nie von mir aus die Kapuze einfach aufsetzen. Später war es aufgrund der Wetterlage oder Jahreszeit klar, dass meine Mutter es verlangte oder besonders als ich kleiner war, bedurfte es einer direkten Aufforderung. Da habe ich dann genauso wie Besucher manchmal zu der List gegriffen zu sagen "es ist aber kalt" oder manchmal auch zu fragen, ob ich die Kapuze brauche. Wobei mich noch interessiert, was dich, Besucher, eigentlich davon abhielt sie einfach in Gegenwart deiner Mutter selbstständig aufzusetzen. Während ich immer die Aufforderung bzw Anweisung meiner Mutter brauchte und natürlich mit der grundsätzlichen Klarheit, dass diese zugebunden wird und so bleibt, habe ich immer Kinder bewundert und wohl auch beneidet, die das völlig unbefangen einfach machten oder einfach sagten "mir ist kalt, ich setze meine Kapuze auf" oder wenn die Aufforderung nach Mütze kam ein "ich hab ja ne Kapuze, die setz ich mir auf" und dann auch völlig unbefangen sie einfach überzogen und fest zubanden. Besonders beeindruckend fand ich ein Mädchen aus meiner Klasse, dass einfach zu ihrer Mutter sagte:" Mama, hilfst du mir eben bei der Kapuze und bindest sie fest zu, bei mir wird es immer so lose." Und dann ging sie zu ihrer Mutter und stellte sich bereitwillig vor ihr hin. Diese vertüdelte die Bänder und zog diese ganz stramm, das Mädchen durfte dann den Daumen darauf halten damit das Band stramm blieb während die Mutter die Schleife gebunden hat. Wenn ich mit diesen Kindern - und es gab doch einige wenige davon in meiner Klasse bzw in meinem Dorf - spielte, fühlte ich mich immer wohl, da verlor sich sogar meine Scham, jedenfalls nachdem ich die Kapuze für mich entdeckt hatte.
Was ich jedoch immer gehasst habe, auch als ich die Kapuze längst für mich entdeckt hatte und eigentlich mochte, war der Teil der Familienausflüge an Nord- oder Ostsee, in denen meine Mutter die Kapuze forderte. Oft haben wir Abends zum Tagesabschluss noch eine Schifffahrt gemacht. Und da musste ich dann immer den Friesennerz überziehen und kurz vor dem Auslaufen musste wurde ich dann von meiner Mutter aufgefordert die Kapuze aufzusetzen, dannach wurde ich zu ihr gebeten und musste mich vor ihr hinstellen, Arme runter und nicht zappeln. Zaghafte verbale Proteste wurden mit den Worten weggewischt, dass es auf "hoher See" windig und kalt ist. Dann zog sie auch schon die Kapuze stramm zu und machte eine feste Schleife. So musste ich dann die ganze Zeit die Schifffahrt verbringen. Die Kutter waren voll und auch viele Kinder dabei, manche ohne Kapuze, manche mit, aber nur ganz wenige so zugeschnürt wie bei mir. Das einzige was mir etwas Erleichterung verschafft hat, war, dass die Kapuze von meinem Friesennerz ungewöhnlich klein war und eigentlich gut saß, also nicht über die Augen rutschte. Blöde war aber, dass die Schleife auf dem Kinn und nicht darunter saß, das fühlte sich irgendwie bescheuert an und ich fand das sah auch so aus. Ich glaube, das blieb so bis ich so 13 oder 14 war und vor den vielen Leuten war mir sowohl das zuschnüren als auch das so bleiben zu müssen total peinlich. So richtig kalt war es es im Sommer oft auch nicht, allerdings sehr windig. Wie gesagt, dass habe ich wirklich gehasst, dem konnte ich garnichts abgewinnen.
Übrigens, zu den Widerstandszeiten entdeckte ich natürlich irgendwann, dass und wie ich die Schleife öffnen und damit die Kapuze vom Kopf kriegen kann. Es war mir jedoch streng verboten und ich traute mich nicht. Ich konnte nämlich damit ja noch lange keine Schleife binden, schon gar nicht da oben am Kopf und so war klar, dass meine Mutter es merken würde. Und tatsächlich, wenn die Schleife mal irgendwie aufging, wurde es strenger gehandhabt. Meine Mutter machte dann Doppelschleife oder Knoten, die ich nun wirklich nicht allein aufbekam und kommunzierte das auch klar als Konsequenz. Ein üblicher Satz war auch wenn sie mir die Kapuze fest zuschnürte und gut zureden nicht half und ich weiter quengelte und zappelte:"Stell dich nicht so an, sonst wird es nur schlimmer für dich!"..und das zog sie auch durch.

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#54 Beitrag von Besucher » Fr 23. Mär 2018, 00:22

JeansParka hat geschrieben:Bei mir war der Übergang zur Kapuze wohl deutlich früher als bei dir, Besucher. Ich frage mich gerade wie das gekommen ist. ... Da habe ich dann genauso wie Besucher manchmal zu der List gegriffen zu sagen "es ist aber kalt" oder manchmal auch zu fragen, ob ich die Kapuze brauche. Wobei mich noch interessiert, was dich, Besucher, eigentlich davon abhielt sie einfach in Gegenwart deiner Mutter selbstständig aufzusetzen.
Wie ist das gekommen? Kleinkinderfotos zeigen mich auch mit Kapuze, aber an diese Zeit kann ich mich nicht mehr erinnern. Dann in meiner Kindheit war die Pudelmütze Standard, weil diese meiner Mutter gefiel. Wenn ich mal zwischendurch die Kapuze aufgesetzt bekam, war das für mich neutral. Ich denke, so im Alter von ungefähr 8 Jahren begann ich die Kapuze zu mögen. Wohl aus falschem Schamgefühl ließ ich das meine Mutter nicht erkennen. Wenn ich allein zuhause war, zog ich meinen Anorak oder mein Regencape an und setzte die Kapuze auf - aber nur kurz, damit mich niemand so sieht. Unterwegs setzte ich mir auch die Anorakkapuze auf, nahm sie aber rechtzeitig wieder ab. Als ich meinen ersten Nylon-Steppanorak bekam, wurde das Gefühl noch verstärkt. Mal bei Regen oder wenn ich die Mütze nicht dabei hatte, musste ich die Kapuze aufsetzen, aber ansonsten war die Pudelmütze angesagt oder aber meine Mutter zog mir die Kapuze über die Mütze. Aber auch hier habe ich wohl aus falscher Scham auf dem Heimweg von der Schule die Kapuze weggelassen, was von meiner Mutter nie kommentiert wurde. Und wenn es regnete, war unter dem Regencape immer der Anorak anzuziehen, weil das Cape keine Ärmel sondern nur Durchgriffe hatte. Unter der Regencapekapuze war aber - wenn ich nicht Mütze UND Kapuze brauchte - immer die Kapuze angesagt, auch wenn ich sonst mit Mütze gegangen wäre. Ich sollte die Kapuze auch aufsetzen, wenn ich sonst nichts auf dem Kopf hätte haben müssen - damit ich nicht das "kalte Plastik" spüre. Aber wenn es auf dem Heimweg nicht mehr regnete, setzte ich die Kapuze nicht auf. Auch wieder falsche Scham. Doch als ich mal bei einem Freund zum Spielen war und keinen Anorak dabei hatte, es aber windig wurde, steckte mich seine Mutter in einen seiner Anoraks, zog mir dabei sofort die Kapuze über und schnürte sie zu. Das fand ich ganz angenehm. Und natürlich auch, wenn mich andere Mütter aufforderten, die Kapuze aufzusetzen.
Erst als ich so gegen 15 war - darüber berichtete ich schon - wollte ich versuchen auszuprobieren, ob meine Haare nicht so durcheinander kommen, wenn ich die Kapuze aufsetze, statt eine Mütze. Meine Mutter bezweifelte dies, lies es aber zu. Und das war der Durchbruch. Ab dem Zeitpunkt wurde die Kapuze Standard.
Es war schon eigenartig mit dem Gefühlen.

cappuccino
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#55 Beitrag von cappuccino » So 25. Mär 2018, 20:08

Besucher und JeansParka, ich lese Eure Beiträge hier sehr gerne, weil sie mich an meine eigene Vergangenheit erinnern. Es war wohl vieles ähnlich.

Auch an dieses "heimlich" Kapuze aufsetzen, also wenn man draussen unterwegs war sie aufzusetzen und weit vor dem zu Hause wieder ab zu machen. Irgendwie habe ich das immer wieder gemacht, aber auch mit Scham und Furcht, dass ja auch mal meine Mutter unterwegs sein könnte.

Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auch ein, dass ich auf den Weg nach Hause als ich noch meine Kapuze trug eine Nachbarin traf, die sich dann auf dem Weg auch noch mit mir unterhielt. Irgendwie war ich dann in einem Problem: Irgendwie traute ich mir meine Kapuze nicht abnehmen, da ich vor blöden Fragen der Nachbarin Angst hatte, andererseits aber wollte ich auch nicht zu Hause mit (von mir aus) aufgesetzter Kapuze auftauchen. Aber die Nachbarin wohnte zum Glück etwas vor uns und sobald sie im Haus verschwunden war, zog ich meine Kapuze ab und ging etwas ängstlich nach Hause (hätte ja sein können, dass das jemand aus der Familie mitbekommen hat). Aber das war zum Glück wohl nicht der Fall.

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#56 Beitrag von JeansParka » Mo 26. Mär 2018, 11:55

Ach Cappuccino, du glaubst gar nicht wie schön das von dir zu lesen ist und auch von den anderen, dass es ihnen so ähnlich erging. Glaubte ich doch bis vor ein paar Jahren noch, ich wäre damit und gerade auch mit den späteren Auswirkungen allein. und nun merke ich in diesem Forum, dass es doch sehr viele betrifft, dieser Zwiespalt zwischen Kapuze aufsetzen und zubinden müssen, es zu wollen und dem so gesehen zu werden. Für mich, Cappuccino war das von dir erzählte Beispiel schon immer eine Horror. Ich hatte immer Angst davor so eingepackt Bekannte zu treffen. Ich weiß mal, als ich mich von meiner Oma auf den Heimweg machte. Ich war schon älter, so 12 oder 13 und natürlich habe ich mir anweisunggemäß brav die Kapuze aufgesetzt und zugeschnürt, wie es meine Mutter verlangte. Aber auch meine Oma war ein Fan davon und sagte dann oft so etwas wie:"so ist es richtig, so bleibst du warm..."oder so ähnlich. Zum Konflikt mit meiner Oma kam es nie, obwohl sie die Kapuze auch wünschte, aber da hab ich das brav immer selbst erledigt und irgendwie fand ich das angenehm, dass sie sich darüber freute. Sie forderte das aber auch nicht sondern sagte höchstens etwas wie:"am besten du setzt deine Kapuze auf..." oder so änlich, was ich dann auch brav tat und vom zubinden sprach sie gar nicht, kommentierte das nur positiv wenn ich das dann von mich aus tat. Aber als ich dann auf dem Rückweg eine Mutter von einem Schulkameraden traf, da war es mir dann doch sehr peinlich und ich wäre gerne schnell weitergegangen, aber sie suchte irgendwie das Gespräch über Schule oder ähnliches. Am liebsten hätte ich die Kapuze abgenommen, aber ich traute mich nicht damit noch zu zeigen wie peinlich mir das war. Es war auch schon etwas wärmer, ich sag mal so Ende März, vielleicht so 8 Grad, auf jeden Fall weit über Null Grad und mir wurde warm. Als sie dann weiter in eine andere Richtung musste sprachen wir noch einen Moment bis sie sagte, dass sie doch etwas friert - sie hatte weder Mütze noch Kapuze auf - und "du ja dafür gut angezogen bist." oder so ähnlich. Ich weiß noch das mein Herz total pochte und gleichzeitig ich gelähmt war und nichts sagen konnte. Mir war das zum einen doppelt peinlich aber irgendwie freute es mich auch...und ich weiß nicht welches Gefühl da recht hatte, die Oberhand gewann.
Bei meiner Mutter war das anders. Da mochte ich solche Kommentare überhaupt nicht, die hatten dann etwas wie "endlich siehst du ein, dass ich schon damals Recht hatte, die Kapuze ist doch nicht schlimm sondern sehr nützlich."...und sie hatte ja auch Recht und ich sah es ja auch so, wahrscheinlich schämte ich mich da besonders für den anfänglichen Widerstand aber wohl auch, dass ich meine gewonnene Zuneigung für die Kapuze anderen nicht gerne zeigen mochte.

Faszinierend finde ich auch, dass mir immer mehr Erlebnisse einfallen. Jetzt wo ich einmal über meine Oma geschrieben habe fällt mir noch etwas ein. Einmal war ich mit meiner Cousine da. es war Regenwetter und wir hatten unsere Friesennerze mit. Als wir los wollten bzw. aufgrund der Zeit mussten - wir hatten nämlich immer pünktlich zu sein - da regnete es gerade. Wir zogen unsere Friesennerze an, setzten die Kapuzen auf und dann fragte meine Cousine doch glatt meine Oma, ob sie ihr beim zumachen hilft. Ich weiß nicht mehr genau wie alt wir waren, ich weiß aber noch, dass ich beim zubinden der Kapuze des Friesennerzes immer Schwierigkeiten hatte weil das Band immer wieder nachgab und die Kapuze dann schnell zu locker saß. Während meine Oma dann meiner Cousine half und ihr die Kapuze wirklich eng zuschnürte, riss ich mich zusammen, obwohl ich total aufgeregt war, und schnürte meine Kapuze möglichst eng zu, was auch ganz gut gelang. Irgendwie wollte ich auf keinen Fall, dass meine Oma da Hand bei mir anlegt. Als sie mit meiner Cousine fertig war, war auch meine Kapuze gut geschnürt. Sie sagte dann noch etwas wie: "Das sieht ja gut aus, so ist es richtig und ihr bleibt trocken" und dann ging es ab in den Regen für uns...

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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#57 Beitrag von JeansParka » Mo 26. Mär 2018, 13:17

Ach so, über das Kapuze "heimlich" aufsetzen hatte ich noch so gut wie gar nichts geschrieben. Aber das war auch bei mir so, zum einen wenn ich allein zuhause war. Dann hab ich oft meinen Parka oder Anorak angezogen, Kapuze auf und dann ganz fest zugebunden, dann auch so, dass nur Nase und Augen frei blieben. Öfter dann auch noch den Friesennerz darüber und auch die Kapuze ganz stramm zugebunden. Das hat mich auch erregt. Ich weiß noch, dass meine Mutter einmal nach Hause kam, als ich noch so angezogen war. Boh, schnell Kapuze auf, Reißverschluss runter, Jacken aus und dann diese unter der Bettdecke verstecken, Hallo sagen und später dann heimlich die Jacken zurückhängen in den Garderobenschrank.
Und natürlich habe ich wenn ich mal ohne Kapuzenaufforderung nach draussen sollte, die dann, wenn ich weit genug weg war und mich unbeobachtet fühlte aufgesetzt und schön fest zugebunden. Jedenfalls wenn ich mich unbeobachtet fühlte, sicher war für mich zu sein...und natürlich sie dann rechtzeitig vor zuhause wieder abgesetzt. In Erinnerung ist mir auch, dass ich Samstags oft Brötchen holen musste und wenn ich dann ohne Kapuze losdurfte, dann war die Kapuze wenn ich um die Ecke war auch schnell auf dem Kopf und auch schön zugebunden. Ich war dann aber immer auf der Hut, ob mir jemand entgegenkommt, um dann schnell zumindest die Schleife zu lösen. Kaum war derjenige vorbei wurde sie wieder fest zugebunden. Aber bevor es dann in die kleine Strasse zum Bäcker ging, Kapuze auf und wieder vom Kopf. Auf dem Rückweg dann das gleiche, kaum war ich um die Ecke, da saß die Kapuze auch schon wieder auf dem Kopf und bevor ich in unsere Strasse einbog wieder unten...das habe ich im Grunde wirklich genossen und fühlte mich pudelwohl, jedenfalls solange ich mir sich war unbeobachtet zu sein.

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#58 Beitrag von Besucher » Mo 26. Mär 2018, 14:00

Das war insgesamt schon eigenartig. Wenn meine Mutter mir die Kapuze aufsetzte, ließ ich sie auch oben. Die Schleife habe ich ebenfalls nicht gelöst. Doch als mich meine Ersatzoma einmal aufforderte: "Anorak an! Kapuze auf!" tat ich das natürlich, aber unterwegs nahm ich sie auch mal ab. Dann setzte ich sie wieder auf, bevor ich mein Ziel erreichte. Auf dem Rückweg hatte ich sie teilweise wieder unten und bevor ich in Sichtweite kam setzte ich sie wieder auf.
Andererseits, wenn ich keine Anweisung bekam, die Kapuze aufzusetzen, setzte ich sie unterwegs auf, nahm sie vor dem Ziel wieder ab, dann zog ich sie mir wieder über den Kopf und natürlich bevor ich in Sichtweite des Zuhauses kam, war sie wieder unten.
So ähnlich war es, wie schon mal berichtet, wenn ich mit einem Spielkameraden im Winter auf Skiern in der Gegend herumgerutscht bin. Als wir weit genug weg waren, zogen wir beide uns die Kapuze unseres Anoraks über die Pudelmütze und fühlten uns richtig gut. Als wir uns wieder der Heimat näheren setzten wir sie rechtzeitig ab, um ja nicht mit der aufgesetzten Kapuze gesehen zu werden.
Und als ich in späteren Jahren mit dem Fahrrad unterwegs war und ich noch keine Mütze aufsetzen brauchte, setzte ich mir unterwegs die Kapuze auf und schnürte sie gut zu. Ich genoss es und hoffte inständig, dass mich niemand aus dem Bekanntenkreis so sieht. Zuhause kam ich natürlich mit abgesetzter Kapuze an, obwohl ich vielleicht sogar wegen meiner "Vernünftigkeit" gelobt worden wäre, wenn ich die Kapuze von mir aus aufgesetzt, bzw. aufgelassen hätte.

Besucher

Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#59 Beitrag von Besucher » Mo 26. Mär 2018, 17:22

JeansParka hat geschrieben:Ich weiß nicht mehr genau wie alt wir waren, ich weiß aber noch, dass ich beim zubinden der Kapuze des Friesennerzes immer Schwierigkeiten hatte weil das Band immer wieder nachgab und die Kapuze dann schnell zu locker saß.
Dazu fällt mir noch ein, dass meine Mutter dem Vorbeuge geleistet hat. Sie hatte die Kordel durch einen Gummi ersetzt. Ich brauchte mir die Kapuze nur überzuziehen und sie lag dicht an.

cappuccino
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

#60 Beitrag von cappuccino » So 8. Apr 2018, 18:14

Hallo,

wenn ich Eure Geschichten so höre fällt mir auch das ein oder andere wieder ein. Bei meiner Oma weiß ich noch habe ich auch ab und an bei Spaziergängen ganz kurz die Kapuze aufgesetzt aber gleich wieder abgenommen. Und sofort kam die Aufforderung von meiner Oma die Kapuze doch auf zu lassen, was ich dann brav umgesetzt habe.

Sehr wiedergefunden habe ich mich auch in der Beschreibung des Weges zum Bäcker mit dem Kapuze aufzusetzen und vor der Bäckerei wieder abzumachen. Auch das mit dem Kapuze runter, wenn jemand entgegen kommt, habe ich öfter gemacht. Allerdings war das irgendwie aus heutiger Sicht nicht so geschickt, oder? Weil es ja im Zweifelsfall mehr Aufmerksamkeit erzeugt. Aber irgendwie war das nie ein Problem damals.

Es kam auch vor, dass wenn ich (gerade so zu Beginn des Frühjahrs) raus bin, von meiner Mutter kam, ich solle doch die Kapuze aufsetzen, wenn mir kalt ist oder kalt wird. Häufig habe ich mir dann die Kapuze aufgesetzt, sobald ich draussen war (auch wenn es mir nicht kalt war).

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