Was hätten wir damals anders machen können?

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WillOne
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Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#21 Beitrag von WillOne » Do 9. Aug 2018, 18:10

WillOne hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 21:25
In meiner Kindheit waren es maximal Regenmäntel. Regencapes habe ich mir erst im Erwachsenenalter selbst zugelegt. Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.
Genauso verhielt es sich mit Windbreakern (Schlupfjacke mit Kapuze), Outdoorjacken oder Hoodies. Ich hätte es gerne als Kind getragen, aber konnte es mir erst zulegen, als ich mein eigenes Geld hatte.

Das wird sicherlich der Nährboden dafür gewesen sein, dass ich eine ausgeprägte Leidenschaft für diese Kleidungsstücke habe. Diesen erlebten Mangel in der Kindheit fülle ich seit dem jungen Erwachsenenalter aus.

Gast

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#22 Beitrag von Gast » Do 9. Aug 2018, 19:40

Besucher hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 09:18
Als es dann noch anfing zu regnen, kam natürlich noch das Regencape drüber, so dass ich dann eine Mütze und zwei Kapuzen auf hatte. Das Ganze war nun schon sehr lange her, bleibt aber unvergessen.
Das muß ein heftiges Gefühlswirrwarr gewesen sein, um es so unvergessen zu machen. Hat denn das Mädchen auf das Regencape reagiert? Oder hatte sie selber eines aufgesetzt bekommen? Trug bei uns ein Junge ein Regencape, wurde er schon gern einmal gehänselt. Dabei ist das Cape ansich ein geschlechtsunspezifisches Kleidungsstück.

regencape76
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Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#23 Beitrag von regencape76 » Do 9. Aug 2018, 19:55

WillOne hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 18:10
Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.
Ja, dieses Gefühl kenne ich zu gut. Ich weiß nicht, ob man das der heutigen Schülergeneration überhaupt noch so vermitteln kann. Regencape scheint maximal uncool zu sein.
WillOne hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 21:25
Das wird sicherlich der Nährboden dafür gewesen sein, dass ich eine ausgeprägte Leidenschaft für diese Kleidungsstücke habe. Diesen erlebten Mangel in der Kindheit fülle ich seit dem jungen Erwachsenenalter aus.
Eine weise Aussage. Einen großen Teil meiner Empfindungen für Kapuzen, Pudelmützen und Regencapes habe ich dem beschriebenen Mangel in der Kindheit zu verdanken.

Gruß
regencape76

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WillOne
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Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#24 Beitrag von WillOne » Do 9. Aug 2018, 20:26

regencape76 hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 19:55
WillOne hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 18:10
Mitschüler mit Regencape habe ich ziemlich beneidet.
Ja, dieses Gefühl kenne ich zu gut. Ich weiß nicht, ob man das der heutigen Schülergeneration überhaupt noch so vermitteln kann. Regencape scheint maximal uncool zu sein.
WillOne hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 21:25
Das wird sicherlich der Nährboden dafür gewesen sein, dass ich eine ausgeprägte Leidenschaft für diese Kleidungsstücke habe. Diesen erlebten Mangel in der Kindheit fülle ich seit dem jungen Erwachsenenalter aus.
Eine weise Aussage. Einen großen Teil meiner Empfindungen für Kapuzen, Pudelmützen und Regencapes habe ich dem beschriebenen Mangel in der Kindheit zu verdanken.

Gruß
regencape76
Die Regencapes waren in den 1990er und 2000er Jahren meistens Pflichtkleidung von den Eltern. Ich denke, dass es unsere heutige Vorliebe für Regencapes geprägt hat, weil es für unsere Eltern keine Pflichtkleidung war und wir die Mitschüler mit Regencapes beneidet haben. Zwar fehlte mir noch das Geld für ein Regencape, aber im Jugendalter habe ich Regencapes in entsprechenden Fachgeschäften schon anprobiert. ^^ Sogar Windbreaker habe ich in Läden für Outdoorkleidung anprobiert, aber wie schon gesagt fehlte mir die Kohle. Ich habe mich gerne beraten lassen von den Mitarbeitern, vor allem was die Handhabung der Kapuze betrifft. =D

Die Windbreaker waren damals noch im Kommen. Ab 2005 kam der Hype der Carhartt-Windbreaker (aber extrem teuer) und später die Windbreaker mit seitlichem Reißverschluss (Ragwear, Mazine, Sublevel, etc.). Heute hängen von mir etliche Exemplare im Kleiderschrank.

Ja, kapuzige Kleidung war für uns wie Goldstaub. Wir hatten kein Geld, uns sie selbst zu kaufen und Eltern oder andere Verwandte haben es uns auch nicht gekauft. Ich habe zwar manchmal meine Wünsche geäußert, aber auf Erfüllung dieser Wünsche brauchte ich nicht hoffen. Sogar auf den Packlisten für die Klassenfahrt stand Regenkleidung und ich habe mich geärgert, dass andere Schüler im Friesennerz rumliefen oder ein gummiertes Regencape an hatten. Heute lässt sich vieles via Onlineversand bestellen oder gebrauchte Sachen sich auf entprechenden Portalen finden.

Noch dazu hielten es meine Eltern nicht für angebracht, dass mit diesen Kleidungsstücken in Erscheinung trete, obwohl mein Verlangen danach groß war. Dadurch hat sich eine extreme Spannung aufgebaut, die ich erst ab dem jungen Erwachsenenalter auflösen konnte. Diese Spannung im Kindes- bzw. Jugendalter hat sich heute zu einer Neigung bzw. Vorliebe entwickelt.

Heute kann ich selbst bestimmen, was ich trage an kapuziger Kleidung und was ich mir an Regenkleidung zulege. Die Gesellschaft ist heute viel liberaler gegenüber Kapuzenkleidung und das Angebot davon wesentlich größer.

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WillOne
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Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#25 Beitrag von WillOne » Do 9. Aug 2018, 20:45

Hier ein Beispiel, wie es auf es Klassenfahrten war:
Radtour002.jpg
Radtour002.jpg (153.77 KiB) 463 mal betrachtet
Das kenne ich auch noch mit Regenmantel über die Jacke oder andere mit Windbreaker.

Da wir selbst diese Kleidung nicht hatten, hat uns der Anblick neidisch gemacht. ^^

Besucher

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#26 Beitrag von Besucher » Do 16. Aug 2018, 00:08

Gast hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 19:40
Besucher hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 09:18
Als es dann noch anfing zu regnen, kam natürlich noch das Regencape drüber, so dass ich dann eine Mütze und zwei Kapuzen auf hatte. Das Ganze war nun schon sehr lange her, bleibt aber unvergessen.
Das muß ein heftiges Gefühlswirrwarr gewesen sein, um es so unvergessen zu machen. Hat denn das Mädchen auf das Regencape reagiert? Oder hatte sie selber eines aufgesetzt bekommen? Trug bei uns ein Junge ein Regencape, wurde er schon gern einmal gehänselt. Dabei ist das Cape ansich ein geschlechtsunspezifisches Kleidungsstück.
Hallo Gast,
entschuldige bitte, ich hatte ganz vergessen zu antworten.
Ob das Mädchen auch ein Regencape übergezogen bekam, weiß ich leider nicht mehr. Ich hatte vor einigen Jahren noch ein Bild gesehen, als ich bei der Familie war, und das zeigte das Mädchen mit einem Kopftuch und mich im Anorak mit aufgesetzter Kapuze unter der noch die Pudelmütze vorschaute. Das Regencape kam dann später drüber. Aber über das Cape und auch über die Anorakkapuze wurde nicht gesprochen. Bei Regen Anorak und Regencape drüber, beide Kapuzen aufgesetzt, das war ganz normal - auch in der Schule. Niemand hat ein Wort darüber verloren. Ich mochte das Cape auch sehr - über dem Anorak oder auch solo. Letzteres kam jedoch nur äußerst selten vor. Ich habe es, wenn ich allein in der Wohnung war, auch ab und zu mal übergezogen, die Kapuze aufgesetzt und fest zugeschnürt damit sie gut anliegt, aber dann schnell wieder abgelegt, damit es niemand merkt.
Aber das Komische, wie schon mal erwähnt: Meistens hatte mir meine Mutter die Kapuze des Regencapes aufgesetzt und zugeschnürt und wenn ich bei Regen nach Hause kam, habe ich die Kapuzen immer schon an der Haustür abgesetzt, statt damit bis nach oben zu kommen. Da hätte ich doch wirklich keine komischen Gefühle zu haben brauchen.

cappuccino
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Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#27 Beitrag von cappuccino » Do 16. Aug 2018, 21:29

Das mit dem Absetzen der Kapuzen gleich wenn man an der Haustür war, kenne ich auch. Ist das bei Dir besser geworden, als die Kapuze zum Standard wurde? Bzw. wie war es, wenn Du mit Deiner Mutter unterwegs warst? Hast Du dann die Kapuze bis zur Wohnung aufgelassen? Und ich kann mich auch ganz gut erinnern, dass ich mir auf dem Heimweg gedacht habe: Diesmal lässt Deine Kapuzen auf bis zur Wohnung! Macht doch nichts! Gemacht habe ich es dann aber leider selten!

Auchmalwasdazu

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#28 Beitrag von Auchmalwasdazu » Fr 17. Aug 2018, 08:04

Hallo zusammen,

bei mir ging es erst richtig los, als ich mein erstes Lehrlingsgeld bekam. Das ist lange her. Damals waren diese ungefütterten Windbreaker aufgekommen.
Warmer Pullover und Pudelmütze und dann dieser Anorak ... diese feste hoch schließende Kapuze ... das wars. Nach der Beendigung der Lehre kaufte ich mir meinen ersten
Skianzug ... zitronengelber Zweiteiler, die Kapuze war mit Reißverschluß am hohen Kragen befestigt. Anfangs kam ich mir ordentlich "overdressed" vor und es
brauchte schon Überwindung, in dem Teil im Winter rauszugehen. Ich sah mich oft mit Fragen von Bekannten konfrontiert, warum ich denn so was anziehen würde.
Manche fanden dan Anzug toll, andere wieder "so was zieht man doch nur zum Skifahren an" Die Farbe war ja auch nicht zu übersehen. Aber ich fühlte mich
pudelwohl darin. Die Kapuzenkordel musste man zwar unter dem Kinn binden. Dadurch rutschte der breite Kragen bis über den Mund. Wenn es schneite - ein schönes Feeling da drunter.
Nach und nach legte sich das mit den Fragen und auch mein "Overdressedgefühl" nahm ab. Vieleicht auch, weil damals immer mehr Halbwüchsige und Teenies auch außerhalb des Wintersports in solche Anzüge gesteckt wurden und auch die Erwachsenen in der Weihnachtszeit und den Winterferien sich dieser Teile in der Freizeit bedienten und diese bei uns im Straßenbild zu sehen waren.
Ich zog meine Kapuzen erst vor der Haustür über. Im Gegensatz zu vielen Mädels damals, bei denen zum Anorakanziehen im Winter auch
gleich das Kapuzenaufestzen und Zubinden auch des Tunnelzugs unten im Saum mit dazu gehörte.

Besucher

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#29 Beitrag von Besucher » Sa 18. Aug 2018, 12:22

cappuccino hat geschrieben:
Do 16. Aug 2018, 21:29
Das mit dem Absetzen der Kapuzen gleich wenn man an der Haustür war, kenne ich auch. Ist das bei Dir besser geworden, als die Kapuze zum Standard wurde? Bzw. wie war es, wenn Du mit Deiner Mutter unterwegs warst? Hast Du dann die Kapuze bis zur Wohnung aufgelassen? Und ich kann mich auch ganz gut erinnern, dass ich mir auf dem Heimweg gedacht habe: Diesmal lässt Deine Kapuzen auf bis zur Wohnung! Macht doch nichts! Gemacht habe ich es dann aber leider selten!
Hallo cappucino,
auch als die Kapuze Standard wurde, habe ich sie nach wie vor an der Haustür abgesetzt, wenn ich nach Hause kam. War ich jedoch woanders - bei Freunden oder Bekannten - hatte ich sie aufgelassen, bis ich in der Wohnung war. *) Wenn ich mit meiner Mutter unterwegs war und wir dann nach Hause kamen, habe ich sie auch aufgelassen, bis wir in der Wohnung waren.

*) Einmal war ich (ohne meine Mutter) bei Bekannten. Da war die Kapuze noch nicht Standard, aber ich habe sie unterwegs von mir aus aufgesetzt, weil ich es als kalt empfand, und als wir zu ihnen nach Hause kamen, habe ich sie in der Wohnung noch bewusst aufgelassen, bis ich meine Schuhe ausgezogen und meine Tasche weggelegt hatte. Dann erst habe ich sie abgesetzt und meinen Anorak ausgezogen.

Besucher

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#30 Beitrag von Besucher » Mi 29. Aug 2018, 15:00

Mir fiel noch etwas ein, was ich anders hätte machen können: Nicht lange nach dem Schulanfang nach den Sommerferien hieß es dann: "Ab jetzt nicht mehr die Windjacke, sondern den Anorak." Ab diesem Tag war der Anorak anzuziehen. Wenn es dann anfing, kalt zu werden, holte meine Mutter die Pudelmütze raus und ab dem Tag hatte ich automatisch die Pudelmütze aufzusetzen. Das waren gewisse Automatiken.
Wenn es dann sehr kalt war, zog mir meine Mutter die Kapuze meines Anoraks über die Mütze. Das war jedoch keine "Automatik", aber ich hätte eine daraus machen können: Da hätte ich doch nach dem zweiten Tag schon von mir aus die Kapuze über die Mütze ziehen und zubinden können. Welche Mutter hätte etwas dagegen, wenn sich ihr Kind warm einpackt? So hätte ich die Kapuze sicher länger auf gehabt, als es so der Fall war. Aber mir hatte damals ja schon der Mut gefehlt, sie auf dem Heimweg über die Mütze zu ziehen. Dabei hätte ich ja auch, wenn ich nachmittags raus ging zum Spielen oder insbesondere zum Radfahren automatisch die Kapuze über die Mütze ziehen können, weil es morgens ja auch so war.

Besucher

Re: Was hätten wir damals anders machen können?

#31 Beitrag von Besucher » Do 25. Okt 2018, 15:46

Mit fiel noch etwas zu meinem ersten Beitrag unter diesem Thema ein: Als ich die Idee hatte, damit es nicht in den Nacken zieht, die (damals noch dünne) Kapuze über die Mütze zu ziehen, war ich wohl so um die 13 Jahre. Ich hatte es ja versäumt, dies positiv zu erwähnen und zu wiederholen. Dabei hätte ich dies eigentlich schon viel früher machen können. Als ich so um die 10 Jahre alt war, bin ich auch viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Damals hatte ich noch meinen Steppanorak mit der festen Kapuze, doch zu der Zeit war ja in der kalten Jahreszeit noch die von meiner Mutter geliebten Pudelmütze Standard. Da hätte ich ja auch schon sagen können: "Damit es nicht so in den Nacken zieht, möchte ich es mal mit der Kapuze probieren. Soll ich sie über die Mütze ziehen oder statt der Mütze aufsetzen?" Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass meine Mutter stattdessen mit einem Schal gekommen wäre. Und selber hat sie mir ja auch gern die Kapuze über die Mütze gezogen, wenn es sehr kalt war. Und wenn es nicht mehr so kalt gewesen wäre, hätte ich sicher die Kapuze noch länger und öfter aufgesetzt, als es tatsächlich der Fall war.

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